Kritik: Das Kind der anderen

Der "Katie Fforde"-Film "Das Kind der anderen" aus dem ZDF-Herzkino will eine bittersüße Romanze sein.

Eher bitter als süß 

Ella (Anna König) steht vor einem Neustart: Beruflich sattelt die Anwältin gerade auf Mediatorin um, privat ist die Scheidung von Adrian (Ole Eisfeld) nur noch Formsache, und mit Dr. Mitchell (Kai Albrecht) steht eine neue Romanze ins Haus. 

Den Reproduktionsmediziner hatte Ella flüchtig kennengelernt, als sie und Adrian versuchten, Nachwuchs zu bekommen. Adrian löste das "Problem" dann auf seine Weise: Er schwängerte die Studentin Ruby. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände muss sich Ella um das Kind ihres untreuen Ehemannes kümmern. 

Kernkompetenz

"Das Kind der anderen" will eine bittersüße Romanze sein, die nebenbei ernste Themen verhandelt. Doch die Charaktere bleiben erschütternd flach. Was weniger an den durchweg sympathischen Darstellern liegt, sondern an den überflüssigen Wendungen, Slapstick-Einlagen und Nebensträngen, mit denen die Geschichte (Buch: Beate Fraunholz) vollgestopft ist.

Am Ende kommt natürlich zusammen, was zusammengehört, weil Ella die Fehltritte ihres Mannes auf ihr eigenes Verhalten – und auf seinen Gehirntumor – zurückführt. Leiden ertragen und großmütig verzeihen zu können, scheinen auch 2019 immer noch die Kernkompetenzen einer weiblichen Filmheldin zu sein. Wenigstens im ZDF-"Herzkino". Das ist nicht bittersüß. Sondern nur bitter. 

24.4.2019, 8.02 Uhr

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