Kritik: Das Wunder von Wörgl

Historienfilm mit glänzendem Darsteller: Karl Markovics Performance in "Das Wunder von Wörgl" ist preisverdächtig. 

Besser als Geld! 

Wenn einer jeden Film durch seine bloße Anwesenheit aufwerten kann, dann Karl Markovics. Und das nicht erst, seit er Stefan Ruzowitzkys Kinofilm "Die Fälscher" als Hauptdarsteller 2008 zum Oscar verhalf. "Das Wunder von Wörgl" hat durchaus auch das Potenzial für die große Leinwand – und einen Goldjungen. 

In Österreich wurde der, wie "Die Fälscher" auf Tatsachen beruhende, Historienfilm gerade mit dem Filmpreis "Romy" ausgezeichnet. Immerhin. Denn allein schon die Geschichte über den Tiroler Bürgermeister, der sein Dorf mit einer eigenen Geldwährung für kurze Zeit aus der Weltwirtschaftskrise holte, ist preisverdächtig. 

Aufschlussreiche Ergänzung

Und man kann sich eben keinen Schauspieler vorstellen, der diesen Michael Unterguggenberger besser hätte verkörpern können als Karl Markovics, der großartig zwischen biederer Besonnenheit und ansteckender Begeisterung wechselt. "Sieht aus wie Geld, funktioniert wie Geld, ist aber kein Geld. Es ist besser!", wedelt er mit glänzenden Augen mit den sogenannten "Arbeitsbestätigungsscheinen" vor der Dorfgemeinschaft. 

Regisseur Urs Egger ist ein wunderbarer Film gelungen, der mit seiner Mischung aus Heimatfilm, Geschichtsstück und aktuellem, volkswirtschaftlichen Bezug auf vielen Ebenen funktioniert. Die anschließend gezeigte Doku ist eine aufschlussreiche Ergänzung. 

Autor: Susanne Bald
 

24.4.2019, 13.22 Uhr

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