Kritik: Lotta und Der Mittelpunkt der Welt

Josefine Preuß gibt sich im neuen "Lotta"-Film nachdenklich: Steht ihr gut!

Preuß bremst ab

Mal ehrlich: Viel zur Ruhe ist Lotta bisher nicht gekommen. Medizinstudium, Arbeitssuche, WG-Alltag, Mutterrolle. All diese Entwicklungsstadien hat das Energiebündel in den bisher acht Episoden der Reihe durchlebt. Die Impulsivität ihrer Protagonistin ist für Josefine Preuß eine Herausforderung: "Ständig ist sie spät dran und muss rennen. Deshalb muss ich für die Dreharbeiten fit sein, damit ich mit Lottas Tempo mithalten kann."

Bei so viel Stress hat sich die Ärztin ein wenig Ruhe verdient. Ihren Urlaub will sie mit Tochter Lilo bei Vater Meinolf auf dem Land verbringen. Doch, wie es bei Lotta nun mal so ist, kann von Entspannung keine Rede sein. Erst muss sie in der Dorfpraxis einspringen, dann kracht es zwischen ihr und der neuen Liebe ihres Vaters. Maren (Catherine Flemming) ist eine alternative Heilerin, was der Schulmedizinerin sauer aufstößt. Was sich Lotta nicht eingestehen will: Maren erinnert sie an ihre früh verstorbene Mutter, was alte Wunden aufreißt.

Mit Zwischentönen

Flunsch und Zornesfalten: Diese kindliche Schmoll-Attitüde ist das Markenzeichen von Preuß' Paraderolle, wirkt aber bisweilen aufgesetzt. Dass sich die Titelheldin zum Schluss des von ernsten Zwischentönen durchwobenen Familienfilms ungewohnt nachdenklich gibt, steht ihr deshalb gut zu Gesicht. Entschleunigung tut eben auch Filmfiguren gut!

Autor: Florian Büttner

25.4.2019, 12.57 Uhr

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