Kritik: Der gute Bulle – Friss oder Stirb

Lars Beckers "Der gute Bulle" überzeugt mit glänzendem Ensemble als authentischer Milieukrimi.

Der Bulle und sein Affe

"Das wird nicht lustig, wenn ich in der Drogenszene ermittle. Da hab' ich gleich wieder meinen eigenen Affen auf der Schulter", erklärt Fredo Schulz (Armin Rohde) seinem Chef bei der Berliner Drogenfahndung. Ein verdeckter Ermittler wurde umgebracht. Ein Spitzel in den eigenen Reihen?

Fredo Schulz soll übernehmen – obwohl grade erst trocken, runter von den Drogen und noch immer vom Tod seiner Frau gezeichnet. Um an die Täter ranzukommen, holen Schulz und sein Partner Milan Filipovic (Edin Hasanovic) die Dealerin Dakota (Almila Bagriacik) aus dem Knast. Sie soll als Spitzel arbeiten, hat aber eine Vorgeschichte mit Milan.

Glaubwürdiger Milieukrimi

Zum zweiten Mal spielt Rohde den "guten Bullen" unter der Regie von Krimipapst Lars Becker. Wenn die beiden zusammenarbeiten ("Nachtschicht"), kann eigentlich nichts schiefgehen. Tut es auch hier nicht.

Aber das liegt nicht nur der bulligen Präsenz Rohdes, sondern auch am Rest des famosen Ensembles: Bagriacik ("Tatort: Borowski", "4 Blocks"), Hasanovic ("Familie Braun") und vor allem auch Sascha Alexander Gersak ("Gladbeck") als "böser Bulle" spielen um die Wette, die Dialoge sitzen und das Milieu wirkt glaubwürdig. Natürlich geht der düstere Hauptstadt-Drogen-Krimi am Ende ziemlich tragisch aus, immerhin Schulz aber verjagt seinen Affen.

Autor: Björn Sommerscher

26.4.2019, 14.19 Uhr

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