Kritik: Guidos Masterclass

In "Guidos Masterclass" sucht Guido Maria Kretschmer Germany's Next Topdesigner. Die Castingshow verzichtet auf Krawall, muss dafür aber auch an spannung einbüßen.
 

Ohne Krawall 

Der Guido ist schon ein Lieber: Macht sich der Kretschmer doch selbst zum Hauptgewinn seiner neuen Castingshow. Ein Jahr will GMK demjenigen als Mentor zur Seite stehen, der sich in seiner "Masterclass" durchsetzt. 

Ach ja: Gesucht wird Germany’s Next Topdesigner. Natürlich sind die Kandidaten nach dem üblichen Schema ausgewählt: Es gibt die Biedere – die bei der ersten Aufgabe (Überraschung!) mit dem freizügigsten Entwurf aufwartet. Es gibt den, der alles kann und weiß (für alle, die gerade die "Topmodels" gucken: sozusagen die Vanessa unter den Designern). Und natürlich den Paradiesvogel im Glitzerfummel. 

Nur mäßig spannend

Bei der ersten Aufgabe glänzt jener Leni allerdings nicht: Sein Müllbeutel-Abendkleid fällt bei der Jury durch. Und hier unterscheidet sich "Guidos Masterclass" von den üblichen Krawall-Castings. Denn obwohl Leni das größte Konfliktpotenzial mitbringt, fliegt er raus. 

Leider krankt die neue Vox-Show an derselben Schwäche, an der schon "Geschickt eingefädelt" litt: Es ist nur mäßig spannend, anderen beim Nähen zuzusehen. Der größte Aufreger in Folge 1 war dann auch der Umstand, dass dauernd von Nachhaltigkeit die Rede war – die Designer aber Klamotten aus tausenden Plastikstrohhalmen basteln mussten. Andererseits: Die hängen besser als Kleid an einem Model als im Meer zu treiben … 

Autor: Martina Borgschulze

29.4.2019, 13.53 Uhr

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