Kritik: Big Manni

Mit "Big Manni" inszeniert "Tatort"-Regisseur Niki Stein den bis dato größten Wirtschaftsskandal der BRD als gelungene Mischung aus Unternehmerporträt, Wirtschaftskrimi und satirischer Schmierenkomödie.

Wie geschmiert

"Das ist mein Ticket ins 21. Jahrhundert", tönt der badische Unternehmer Manfred Brenner (Hans-Jochen Wagner) bei einer Vorführung seiner "FlowTex"-Horizontalbohrmaschinen. Mit den Hightech-Bohrern will er den Rohrleitungsbau im Untergrund revolutionieren. 

Das Geschäft läuft wie geschmiert, einziges Problem: Die Maschinen existieren nur auf dem Papier. Trotzdem lassen sich Banker und Politiker reihenweise von Brenners Charme und seinem zur Schau gestellten Reichtum blenden. Immer neue Millionenkredite bekommt er, am Ende kauft er sogar den Flughafen in Karlsruhe. Einzig Brenners ehemaliger Schulkamerad Kommissar Bärlach (Felix Eitner) ist misstrauisch und stellt Nachforschungen an. 

Schlitzohr mit Überzeugungskraft

"Tatort" -Regisseur Niki Stein hat den bis dato größten Wirtschaftsskandal in der Geschichte der Bundesrepublik als gelungene Mischung aus Unternehmerporträt, Wirtschaftskrimi und satirischer Schmierenkomödie verfilmt. Wagner spielt das Schlitzohr Brenner mit viel Überzeugungskraft. 

Und der echte Manni? Über die Hintergründe des "FlowTex"-Skandals berichtete im Anschluss die Doku "Big Manni – Big Money". Für Manfred Schmider, der im Jahr 2000 aufflog, waren seine nur auf dem Papier existenten Wunderbohrer Anfang des 21. Jahrhunderts das Ticket für elf Jahre Gefängnis.

Autor: Björn Sommersacher

2.5.2019, 14.42 Uhr

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