Kritik: Sing meinen Song (Staffel 6)

Auch in Runde 6 des Vox-Formats lernen die Zuschauer die Teilnehmer der Show von einer neuen Seite kennen.  

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Michael Patrick Kelly hat dem Vox-"Tauschkonzert" einiges zu verdanken. Zum Beispiel den Umstand, dass ihn die Menschen seit seiner Teilnahme bei "Sing meinen Song" nicht mehr nur für "den Typen von der Kelly-Family" halten. Das zahlt er nun zurück, indem er für Staffel 6 den Gastgeber spielt.

Die Besetzung auf der Couch in Südafrika liest sich – wenigstens für all jene, die vor 1990 das Licht der Welt erblickt haben – wenig spannend: Singer-Songwriter Wincent Weiss trifft auf seinen Gesangszwilling Johannes Oerding. Der spanisch-deutsche Popsänger Alvaro Soler liefert Sommerhit-taugliche Versionen der Tauschsongs. Jennifer Haben ist als Symphonic-Metallerin für den Wacken-Stil zuständig. Und für die älteren Herrschaften treten Milow und Jeanette Biedermann an, deren große Hits mindestens ein Jahrzehnt zurückliegen.

Wenn Letztgenannte dann Wincent Weiss'"Feuerwerk" in deftigen Garagenrock verwandelt, weiß man wieder, welche Stärken diese Show hat: Man lernt die Leute, von denen man starre Bilder im Kopf hat, von einer anderen Seite kennen. Wincent Weiss selbst offenbart in "1993" tiefe Verletzungen. Nach dem "Tauschkonzert" wird man ihn wohl nicht mehr nur für den "Typen mit den Klassenfahrt-Hymnen" halten. Vielleicht wird er ja dann der Gastgeber 2020.

Autor: Martina Borgschulze

8.5.2019, 15.02 Uhr

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