Kritik: Top Chef Germany

Die neue Sat.1-Kochshow "Top Chef Germany" mit Eckart Witzigmann überzeugt leider nur in puncto Professionalität.

Unausgegoren

Hier wird mit Niveau und Anspruch gekocht. Muss ja auch so sein, wenn Nouvelle-Cuisine-Legende Eckart Witzigmann (r.) der Jury vorsitzt. Zusammen mit Zwei-Sterne-Koch Peter Maria Schnurr (l.) und Food-Kritikerin Alexandra Kilian (M., "Der Feinschmecker") bewertet Witzigmann die Höchstleistungen von zwölf (größtenteils TV-unerfahrenen) Spitzenköchen.

Die Idee zu dem Format kommt aus den USA, dort läuft bereits Staffel 16. Ein wenig erinnert das Ganze an "Germany's Next Top Model" mit Spitzenköchen – nur ohne Drama und Gezicke. Lediglich bei zwei Teilnehmern setzt der Sender auf emotionale Hintergrundgeschichten: Serkan Güzelcoban hat schon mehrere Restaurantprojekte an die Wand gefahren und braucht die 50 000 Euro Siegesprämie, weil es "gewisse Gläubiger" gibt. Johannes Sommer leidet an einer Nervenkrankheit, die seine Hände und Füße taub gemacht hat.

Leider blass

Positiv ist, dass es bei "Top Chef" vorrangig um die Arbeit am Herd geht. Zum Auftakt müssen die Kandidaten ein Gericht zubereiten, das ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Danach gilt es, die Klassiker Eisbein und Pfannkuchen neu zu interpretieren. Insgesamt wirkt "Top Chef" aber unausgegoren: zu lang (knapp drei Stunden), zu viel theatralische Hintergrundmusik (nervt wirklich) und leider bleibt auch Witzigmann als Juror etwas blass.

Autor: Björn Sommersacher

9.5.2019, 14.33 Uhr

TV-Kritik empfehlen