Kritik: Mein Freund das Ekel

Die Komödie mit Dieter Hallervorden und Alwara Höfels erinnert stark an den französischen Kinohit "Ziemlich beste Freunde" – ist aber dennoch recht unterhaltsam.

Ziemlich laute Freunde

Die Älteren unter uns schätzen Dieter Hallervorden aus seiner Zeit als Klamaukstar der Achtziger ("Palim, Palim, ich hätte gerne eine Flasche Pommes frites!"), die noch Älteren kennen ihn noch als Gründer und Mitglied des Berliner Kabaretts "Die Wühlmäuse". Der wenig intellektuelle Klamauk ist jedoch das, was jahrzehntelang wie Ketchup an Hallervorden klebte – sehr zu seinem Leidwesen.

Das änderte sich erst 2013 mit seiner preisgekrönten Darstellung in der Tragikomödie "Sein letztes Rennen", die zumindest einen Teil der Zuschauer und Kritiker davon überzeugte, dass tatsächlich ein guter Schauspieler in ihm steckt.

Publikumserfolg

Das will Hallervorden auch in "Mein Freund, das Ekel" beweisen. Leider erinnert die Geschichte über einen miesepetrigen alten Mann im Rollstuhl und seine neue Mitbewohnerin und Pflegerin allzu stark an den französischen Kinohit "Ziemlich beste Freunde". Natürlich ist auch Hallervordens Figur des dauernörgelnden Ex-Lehrers nicht ohne tieferen Grund so übel gelaunt.

Alwara Höfels wiederholt derweil ihre Paraderolle: die laute, vulgäre Berliner Schnauze mit Herz. Dennoch: Die Chemie zwischen den beiden stimmt und macht den Film über 90 Minuten durchaus unterhaltsam. Bei Erfolg soll es eine Fortsetzung geben – die knapp acht Millionen Zuschauer sollten da wohl gereicht haben.

Autor: Susanne Bald

10.5.2019, 13.34 Uhr

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