Kritik: Watzmann ermittelt

Die zweite Episode der neuen ARD-Krimiserie "Watzmann ermittelt" hat es im Vergleich zur etwas lahmen Auftaktfolge in sich.

Polizei spielen 

"Was soll n’ des werden. Wenn’s fertig is’?", fragt Kommissar Benedikt Beissl (Andreas Giebel) seinen neuen Kollegen Jerry Paulsen (Peter Marton). – "Meine Plexipinnwand. Hab’ ich auch in Hamburg immer benutzt. Hilft mir beim Denken." 

Klarer Fall, der wurstige Bayer und der coole Hanseate müssen sich auch in ihrem zweiten Einsatz noch aneinander gewöhnen. Der hat es im Vergleich zur etwas lahmen Auftaktfolge letzte Woche aber in sich: Die Herren Kommissare müssen den Mord an einer Friseurin aufklären, die nebenbei mit ihrer Partnerin einen Escort-Service betrieb. 

Ein Duo, das sich abhebt

Neben der Kriminalhandlung bleibt wieder genug Zeit für Familiengeschichten: Beissls jüngste Tochter Eva hat einen zehn Jahre älteren Verehrer, was dem Brummbären Beissl natürlich gar nicht in den Kram passt. Dazu gibt es einen veritablen Bilderreigen aus den Berchtesgadener Alpen. 

Ein wenig erinnert "Watzmann ermittelt" von der gemächlichen, landschaftsverliebten Machart her ja an die "Wapo Bodensee", hebt sich aber durch das klasse Duo Giebel und Marton von anderen Provinzkrimis ab. Sogar in Sachen Selbstironie läuft es bei Beissl und Paulsen schon recht gut. Als Jerry – etwas außer Atem – einen Verdächtigen gestoppt hat, fragt ihn Beissl: "Waren Sie joggen?". Jerrys Antwort: "Ich hab’ nur n’ bisschen Polizei gespielt."

Autor: Björn Sommersacher

15.5.2019, 13.48 Uhr

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