Kritik: Landkrimi: Grenzland

Für den "Landkrimi: Grenzland" lässt Drehbuchautorin Konstanze Breitebner kein Klischee aus.

Neue Provinzposse 

Vom Land kommt er unverkennbar daher, der neue Landkrimi "Grenzland" – bei dem Dialekt müssen sich Nicht-Österreicher volle 90 Minuten lang besonders konzentrieren. 

Chefinspektorin Jandrasits (Brigitte Kren) hat es mit dem Mord an einer Flüchtlingshelferin zu tun. Der Verdächtige – welch Überraschung – ein Asylsuchender aus dem Heim, wo die junge Frau ehrenamtlich arbeitete. Ab diesem Punkt lässt Drehbuchautorin Konstanze Breitebner kein Klischee aus: die aufgebrachte Männermeute vom Land, die am liebsten alle Asylbewerber eigenhändig in ihr Heimatland zurückschicken möchte, eine voreingenommene, überhebliche Ermittlerin, die Couscous mit Backhendl als "Multikulti-Küche" verschmäht, und zu guter Letzt der unfähige Dorfpolizist, der Details über die Ermittlungen ausplaudert und in den ungeeignetsten Situationen Essen in sich hineinschaufelt. So weit, so vorhersehbar. 

Versöhnlich

Regisseur Marvin Kren schafft es dennoch, nach einem langatmigen Mittelteil durch die Tragik der Situation etwas Spannung aufzubauen. Der Charakter der Elfriede Jandrasits ist zudem mit genügend Tiefe ausgestattet, Brigitte Kren verkörpert diese überzeugend. 

Versöhnlich sind auch die Landschaftsaufnahmen bei Dämmerung – ob das reicht, um "Grenzland" anzusehen, bleibt dem Publikum überlassen.

Autor: Sabine Storch

22.5.2019, 7.57 Uhr

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