Kritik: Hüftkreisen mit Nancy

Die launige Midlife-Crisis-Komödie "Hüftkreisen mit Nancy" besticht mit viel Schwung und spielfreudigen Darsteller.

Lachmuskel-Training

Es ist schon ein Bild für Götter: Aufgepumpte Muskelmaxe wiegen sich in den Hüften wie werdende Väter im Geburtsvorbereitungskurs. Dann geht es im Watschelgang durchs Fitnessstudio. Tja, für eine schöne Frau machen sich selbst die härtesten Hantelhelden zum Affen. Die titelgebende Fitnesstrainerin Nancy (Helen Woigk) schlägt auch den Sportmuffel Max (Felix Knopp) in den Bann.

Der eben arbeitslos gewordene Journalist verschwiegt seiner Familie den Jobverlust und verbringt seine Tage in Nancys Körperschmiede. Mit dem Umfang seines Bizepses wächst auch sein Selbstvertrauen, und er entdeckt seine alte Musikleidenschaft neu. Doch als die Lebenslüge auffliegt, droht Max' Schwindel und die vermeintliche Konkurrentin Nancy sein Eheglück zu zerstören.

"Nicht ohne"

Federleicht sehen die anmutigen Beckenschwünge im Film aus, doch dahinter steckt harte Arbeit. "Das war nicht ohne", erinnert sich Helen Woigk. "Personaltrainer und Tanzexperten haben mich richtig gefordert".

Neben dem witzigen Kontrast – Gehirnjogger trifft auf Anabolika-Armada – erhält die Midlife-Crisis-Komödie Schwung durch spielfreudige Darsteller – und witzige inszenatorische Kniffe. Wenn sich ein Straßenmusiker exakt im Timing der Gefühlsdissonanzen der zerstrittenen Eheleute vergreift, ist das ein effektives Workout für die Lachmuskeln.

Autor: Florian Büttner

23.5.2019, 14.31 Uhr

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