Kritik: Hotel Heidelberg – Wer sich ewig bindet ...

Von wegen starke Bindung: Annette Frier und Christoph Maria Herbst nehmen ihren Abschied vom "Hotel Heidelberg". 

Vergessen Sie's!

Annette Frier und Christoph Maria Herbst sind vor der Kamera irgendwie auf Paartherapie abonniert. Sie als gestresste Perfektionistin, die sich durch die Szenerie stirnrunzelt und augenrollt, er als Super-Lusche, die tapfer ihre Zickigkeiten erduldet. Das ist in ihrer neuen Comedy "Merz gegen Merz" so, das war aber auch seit 2016 in "Hotel Heidelberg" der Fall. Damals löste Frier die Hauptdarstellerin Ulrike C. Tscharre ab – ohne jegliche Erklärung: Aus der ätherischen, brünetten Hotelchefin Annette Kramer wurde eine stupsnasige Blondine. Und weder Gatte Ingo (Herbst) noch Mutter Hermine (Hannelore Hoger) bemerkten das.

"Ein Hotel ist kein Zuhause"

Nun steigen Frier und Herbst aus, und Autor Martin Rauhaus gab sich etwas mehr Mühe, das neue Chef-Duo hinter der Rezeption zu erklären. Zwei Schwestern (Susanna Simon, Meike Droste) wollen den Laden übernahmen, um sich wieder näher zu kommen. Annette und Ingo derweil müssen das Hotel loswerden, weil ihnen das Jugendamt sonst Adoptivsohn Ole wegnehmen wird. Ein Hotel sei kein Zuhause, deklamiert der zuständige Sachbearbeiter. Das ist eine schlechte Nachricht für alle, deren Eltern in der Gastronomie arbeiten. So wie die zweite Botschaft dieses Films eine schlechte Nachricht für alle Eltern ist: Beruf und Familie lassen sich nicht vereinbaren. Nie! Vergessen Sie's!

Autor: Martina Borgschulze

24.5.2019, 13.01 Uhr

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