Kritik: Der Name der Rose

Im Gegensatz zum Film kann die Serienadaption von "Der Name der Rose" der Entwicklung der Charaktere mehr Raum geben.

Sherlock im Kloster 

Sean Connery brillierte 1986 in der Verfilmung von Umberto Ecos Jahrhundert-Roman "Der Name der Rose" als Franziskanermönch William von Baskerville mit reichlich Spürsinn. Gemeinsam mit seinem Adlatus Adson (Christian Slater) reist er im Jahr 1327 zu einem Benediktinerkloster in den Alpen. Kaum angekommen, müssen die beiden eine geheimnisvolle Mordserie aufklären und außerdem zwischen Papst und Kaiser vermitteln. 

Auch die acht Folgen der neuen Miniserie erzählen diese Geschichte. Aber, und hier liegt der große Vorteil des Serienformats: Im Gegensatz zum Film können die Macher näher auf die historischen Hintergründe eingehen, der Entwicklung der Charaktere mehr Raum geben und das Gefüge um zwei starke Frauenfiguren (außerhalb der Klostermauern, versteht sich) erweitern. 

Etwas steif

An die Vielschichtigkeit und Komplexität von Ecos Romanvorlage kommt die Serienadaption – genauso wie der Film – freilich trotzdem nicht heran. Muss sie aber auch nicht. Denn sie bietet solide Spannung, viel Atmosphäre und eine ordentliche Portion Mystery. 

Außerdem starke Schauspieler wie Rupert Everett (Bernardo Gui), Michael Emerson (Der Abt) und Damian Hardung (Adson). Einzig der neue Kloster-Scherlock John Turturro ("The Night of") wirkt gegen Sean Connery leider etwas steif. 

Autor: Björn Sommersacher

27.5.2019, 14.31 Uhr

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