Kritik: Größer als im Fernsehen

Die Satire "Größer als im Fernsehen" gießt milden Spott über das Leben eines ehemaligen Castingshow-Stars. 
 

Milde Satire 

Gescheiterte Casting-Stars geben ein leichtes Ziel ab. Ganze Abteilungen unserer bunten Blätter begleiten deren Abstieg gnadenlos, bis die als C-Promis beschimpften Künstler schließlich im Dschungelcamp alle Würde fahren lassen. 

Zum Glück haut die Satire "Größer als im Fernsehen" nicht in diese Kerbe. Sie gießt allenfalls etwas milden Spott über der Hauptfigur Nico Hölder aus, dem Fast-Gewinner der fiktiven Castingshow "New Star". Der zweite Platz reicht nur für eine Mini-Karriere, die schließlich auf einer Bühne im Baumarkt endet. Da wittert er in dem Kaff Körstel eine neue Chance, hinter der aber nur die dreiste Intrige einer geldgierigen Dorfgemeinschaft steckt. 

Gänsehaut-Momente

Dennis Schigiol spielt und singt prima in der Titelrolle, verleiht dem "Castingaffen" Tiefe und Charakter. Auch die Provinzintriganten sind gut besetzt, unter anderem mit dem stets charismatischen Gustav Peter Wöhler und der charmanten Janina Fautz; dazu noch Marie Anne Fliegel, die als mysteriösgrantige Grande Dame überzeugt. 

Dass der Regisseur und sein Autor einige Folgen des Klassikers "Mord mit Aussicht" gedreht haben, merkt man zumindest in den besten Szenen des Films. Wegen der etwas wirren Geschichte bleibt das Niveau nicht durchgängig auf dieser Höhe, dafür gibt es sogar einige Gänsehaut-Momente, die größer sind als im Casting-Fernsehen. 

Autor: Oliver Kinser
 

29.5.2019, 13.54 Uhr

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