Kritik: Die Auferstehung

"Die Auferstehung" glänzt vor allem mit tollen Schauspielern wie Joachim Król, Dominic Raacke und Leslie Malton. 

Bürgerdämmerung 

Selbst zerstrittene Familien kommen nach Todesfällen zusammen. Erst recht dann, wenn der verblichene Patriarch ein Vermögen angehäuft hatte. Man kennt diese Konstellation aus zahllosen Filmen, die mal bissiger, mal eher sentimental im Ton sind. 

"Die Auferstehung", von Niki Stein nach dem Roman von Karl-Heinz Ott inszeniert, schlägt von Anfang an einen rauen Ton an. Wie Linda (Leslie Malton) mit eigenen Augen erfahren muss, hat es den Vater offenbar beim Pornoschauen dahingerafft. Zwischen dem pensionierten Chefarzt und seinen vier Kindern hatte seit Langem Eiszeit geherrscht, weil man sich gegenseitig die vermeintlich falsche Lebensführung vorwarf. 

Ambitioniert

Doch nun versammeln sich Linda und ihre Brüder Joschi (Joachim Król), Jakob (Dominic Raacke) und Uli (Michael Rotschopf) im Haus des Vaters. Sogleich wird heftig gestritten, doch die Angst um das Erbe eint die Geschwister dann doch ein wenig. Denn da gibt es noch die ungarische Pflegerin, die dem alten Herrn wohl nicht nur im Haushalt zur Hand ging. 

"Die Auferstehung" verhandelt im Gewande einer Familiengroteske auch gescheiterte Alt-68er-Ideale und -Existenzen. Das mag ambitioniert sein, bleibt aber leider häufig in Klischees stecken. "Ein Fest für die Schauspieler", wie im Presseheft angekündigt, ist der Film aber tatsächlich.

Autor: Sebastian Hagner

6.6.2019, 13.32 Uhr

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