Kritik: Mein härtester Weg

"Mein härtester Weg" begleitet fünf Menschen auf dem Jakobsweg. Ein wahrhaftiges und berührendes TV-Experiment.

Sie sind dann mal weg! 

Fünf Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund. Sie kennen einander nicht, haben jedoch ein gemeinsames Ziel: Von den französischen Pyrenäen auf dem Jakobsweg bis zum Atlantik pilgern, sechs Wochen lang. 

Ein Filmteam hat die Gruppe bei ihrem Experiment begleitet. Herausgekommen ist ein wahrhaftiger und berührender Film. Er zeigt, mit welch unterschiedlichen Motiven, Hoffnungen und Wünschen Menschen auf dem Camino pilgern, welche Herausforderungen sie dabei erleben: Sei es die Enge in den Herbergen, die Last des Gepäcks, das Verlieren eines Schuhs oder die körperlichen Qualen, die durch Wetterextreme zwischen Hitze und Schnee noch verstärkt werden. Aber auch die Höhen und Tiefen des Seelenlebens der Wanderer, Spannungen zwischen ihnen, Schlafmangel und Lagerkoller sind Thema. 

Des Glückes Schmied

Die Kamera bleibt nah dran an den Pilgern: bei Szenen großer Freude ebenso wie bei emotionalen Ausbrüchen, die der Pilgerweg und die Beschäftigung mit sich selbst auslösen. So manch einer kommt an seine Grenzen und zeigt sich ungeschminkt und ungefiltert menschlich. 

Nicht alle finden auf dem Weg das, was sie sich erhofft hatten. Einige wiederum erkennen, dass man sich häufiger auf das Wichtige im Leben besinnen sollte und „seines eigenen Glückes Schmied" ist.

Autor: Susanne Bald

11.6.2019, 14.46 Uhr

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