Kritik: Landkrimi: Höhenstraße

In "Höhenstraße" inszeniert David Schalko einen Landkrimi mit einem schrägen Figurenkabinett und herrlich absurden Handlungssträngen.

Schummel-Schupos 

Mit genialen Fernsehserien wie "Braunschlag" und "Altes Geld" leuchtete Autor und Regisseur David Schalko die dunkelsten Ecken der österreichischen Volksseele aus. Das ist im "Landkrimi", zu dem er auch das Drehbuch verfasste, nicht anders. 

Der gebürtige Wiener führt uns auf der "Höhenstrasse", so der Untertitel, in die weniger prunkvollen Ecken seiner Heimatstadt. Im Mittelpunkt des schwarzhumorigen Krimis stehen die Schummel-Schupos Roli (Nicholas Ofczarek) und Ferdi (Raimund Wallisch). Mit gefälschten Dienstausweisen zocken sie nachts Autofahrer ab. Als sie im Suff jedoch den Afrikaner Uku und seinen Freund Robert in "Gewahrsam" nehmen, überspannen sie den Bogen. Wohin mit den Inhaftierten? Roli hat eine Schnapsidee: Warum nicht Lösegeld fordern? Dumm nur, dass bei Roberts Eltern rein gar nichts zu holen ist – oder etwa doch? 

Konzentrationssache

David Schalko verwurschtelt sein schräges Figurenkabinett in herrlich absurde Handlungsstränge. Dass es dabei alles andere als politisch korrekt zugeht, braucht nicht erwähnt zu werden. 

Ein wenig Konzentration muss der deutsche Zuschauer allerdings aufbringen, um dem Wortwitz im Austro-Slang zu folgen. Aber genau der macht den Lokalkolorit der Polizei-Posse aus. Und wer anderer Meinung ist, dem sei mit den Worten von Roli gesagt: "Gosch!"

Autor: Florian Büttner

12.6.2019, 14.08 Uhr

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