Kritik: Giftige Saat

Die 2018 beim Filmfestival von Rochelle ausgezeichnete, französische Miniserie "Giftige Saat" ist vor allem geprägt von spitzen und intelligenten Dialogen.

Erschreckend! 

Die Miniserie "Giftige Saat" von Regisseur Jean-Xavier de Lestrades greift das aktuelle Thema Pestizide in fünf Folgen auf: Bei einem Bauer wird Leukämie diagnostiziert. Von den Pestiziden, die er einsetzt? Sein Freund, der Parlamentsabgeordnete Guillaume (Laurent Stocker) setzt sich daraufhin für ein Verbot der Schädlingsbekämpfungsmittel ein. 

Daneben spinnt de Lestrades zahlreiche Nebenhandlungen, die in ihrer Fülle anfangs überfordern. Auch die Ursachen bestimmter Entwicklungen werden nicht immer klar. Kamera und Schnitt sind bewusst einfach gehalten, das Spiel der Figuren untereinander soll in den Vordergrund rücken – de Lestrades will einen "Hauch wahres Leben" schaffen. Die Charaktere haben tatsächlich Tiefe, nur ihre Beziehungen wirken teils etwas konstruiert. 

Unzeitgemäß

2018 wurde "Giftige Saat" beim Filmfestival von Rochelle ausgezeichnet. Geprägt ist die Serie vor allem von ebenso spitzen wie intelligenten Dialogen. "Giftige Saat" bleibt auf der Sachebene, was dem Thema guttut. Realistisch ist die Lobbyarbeit nachgestellt: Den Einfluss großer Konzerne auf die Politik vor Augen geführt zu bekommen, ist beängstigend. 

Die Darstellung der Frauen ist unzeitgemäß: Nur zwei schaffen es über die Nebenrolle der fürsorglichen Gattin hinaus und werden dann kaltblütig und unsympathisch gezeichnet. 

Autor: Sabine Storch

13.6.2019, 14.23 Uhr

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