Kritik: Charmed

Das Reboot des Serienklassikers "Charmed" wurde bereits im Vorfeld von eingefleischten Fans abgelehnt - zurecht.

Reboot-Bauchlandung 

Nicht nur was Filme angeht hängt Hollywood im Remake-Wahn fest, auch im TV sind Neuauflagen beliebter Serien schwer angesagt – mit nicht selten eher fragwürdigen Ergebnissen. Das "Charmed"-Reboot auf sixx ist da keine Ausnahme, sondern eher das Paradebeispiel dafür, was man bei einem Reboot alles falsch machen kann. 

Klar, die Grundstory ist dieselbe geblieben: Drei (Halb)-Schwestern finden heraus, dass sie Hexen sind und müssen sich fortan gegen die Mächte des Bösen behaupten – und nebenbei Magie und ihre privaten Probleme unter einen Hut bekommen. 

Plump und peinlich

In dem verzweifelten Versuch das – bereits im Vorfeld von Fans abgelehnte – Reboot hipper und relevanter zu machen, reichte den Produzenten aber die begrüßenswerte ethnische Diversität ihrer Serie nicht aus. Nein, die drei Protagonistinnen müssen von der metoo-Bewegung über Gender-Forschung bis Sexismus am Arbeitsplatz jedes für die weibliche Zielgruppe relevante soziale Thema bereits in der ersten Folge möglichst oft erwähnen. 

Das wäre löblich, wenn es authentisch wirken und diese Themen ernsthaft reflektiert werden würden, doch bei "Charmed" verkommen sie zu Buzzword-Accessoires, um den Figuren eine unverdiente, aufgeklärte Coolness zu verleihen – und das wirkt spätestens ab Mitte des Piloten plump und peinlich. 

Autor: Kristin Lenk

14.6.2019, 14.59 Uhr

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