Kritik: Fleabag

In der langersehnten zweiten Staffel der Serie "Fleabag" zeigt Phoebe Waller-Bridge, warum sie zurecht für das Drehbuch des neuen "Bond"-Streifens engagiert wurde.
 

Anbetungswürdig 

Es ist kein Wunder, dass Phoebe Waller-Bridge jüngst von den Produzenten der "007"-Blockbuster angeheuert wurde, um das Drehbuch des neuen Bond-Abenteuers mit Humor und verspäteter, aber nötiger Emanzipation aufzupeppen. Schließlich ist die britische Schauspielerin und Autorin u. a. mitverantwortlich für einige der besten Episoden der Erfolgsserie "Killing Eve". 

Doch es dürfte vor allem ihre selbstkreierte Dramedy "Fleabag" sein, die ihr den Job eingetragen hat. Denn ihr schlagfertiges Herzensprojekt, für das Phoebe Waller-Bridge dieses Jahr u.a. den BAFTA als beste ComedyHauptdarstellerin gewann, ist eines der sehenswertesten und witzigsten Formate, das der VoD-Markt zurzeit zu bieten hat. 

Anbetungswürdig

In der langersehnten zweiten Staffel befindet sich Fleabag auf stabilem Boden: Ihr Café läuft gut, und ihr Privatleben gestaltet sich weniger wild – auch wenn die familiären Verhältnisse noch prekär sind. Doch dann wirft eine unerwartete Begegnung sie aus der Bahn: Beim Familiendinner trifft Fleabag den Priester, der ihren Vater trauen soll – einen heißen, fluchenden, trinkenden Priester. 

Den spielt Andrew Scott ("Sherlock") dermaßen anbetungswürdig, dass nicht nur Fleabag wider Willen hingerissen ist – auch das Publikum verfällt der ebenso ungewöhnlichen wie bittersüß-bissigen Lovestory.

Autor: Kristin Lenk

19.6.2019, 13.27 Uhr

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