Kritik: Camping mit Herz

Christoph M. Ort und Diana Amft tun sich etwas schwer, der seichten Sommerkomödie "Camping mit Herz" den richtigen Schwung zu verpassen.

Seichtes Campingglück

Wer leichte Unterhaltung an einem sommerlichen Freitagabend sucht, ist mit "Camping mit Herz" gut beraten, mitdenken ist dabei nämlich nicht erforderlich. Schlagerstar Kalle (Christoph M. Ohrt) ist ein One-Hit-Wonder: Sein Camping-Schlager begeistert die Massen – die Countrymusik, für die Kalles Herz schlägt, will dagegen keiner hören.

Um etwas gute PR zu bekommen, lässt er sich widerwillig auf eine Nacht auf Desirees (Diana Amft) Campingplatz ein. Hier ist jedoch nicht alles so, wie es scheint. Der stetige Klinch mit Desirees Ex-Mann lässt die Situation schließlich eskalieren.

Unnötige Tragik

Die vorhersehbare und offensichtliche Handlung wirkt stellenweise stark konstruiert: Vielleicht auch wegen des großen Altersunterschieds stimmt die Chemie zwischen den beiden einfach nicht. Rückblenden in Kalles unglückliche Kindheit geben der Komödie von Drehbuchautor und Regisseur Josh Broecker ("Marie Brand") außerdem unnötige Tragik. Klischeehaft ist zudem der ständige Hinweis auf die Authentizität – durch die stereotypen Charaktere.

Die Schwächen werden durch die tollen Bilder der rauen und windigen Ostseeküste sowie lebendige Dialoge aber abgemildert. Auch die Schauspieler überzeugen mit Spielfreude. "Camping mit Herz" ist alles in allem eine recht unterhaltsame – wenn auch seichte – Sommerkomödie. 

Autor: Sabine Storch

21.6.2019, 11.48 Uhr

TV-Kritik empfehlen