Kritik: Dark, Staffel 2

"Dark" gehört zum Besten, was es momentan auf dem Serienmarkt gibt: Die Netflix-Produktion bietet eine brillante Optik, verstörende Sounds und vor allem ein großartiges Ensemble.

Blick ins Dunkel 

Menschen, die durch Wurmlöcher reisen, und sich selbst begegnen, ein havariertes Atomkraftwerk und ein Figurenreigen mit beinahe biblischen Ausmaßen. Und dann auch noch das viel bemühte Nietzsche-Zitat vom Abgrund, der in einen zurückblickt, wenn man zu lange in ihn hineinblickt, als Motto. 

Zu viel Anspruch, wo eigentlich nur Wirrnis und bedeutungsschwangere Symbolik am Werk sind? Keineswegs. Auch wenn die Serienschöpfer Baran bo Odar (Regie) und Jantje Friese (Drehbuch) an manchen Stellen vielleicht ein wenig dick auftragen (Zeitreise, Apokalypse, Kindesentführung, liebende Verwandte, etc., etc. ...), "Dark" gehört zum Besten, was es momentan auf dem Serienmarkt gibt. 

Vorsicht

Das liegt neben der brillanten Optik und der verstörenden Soundkulisse am großartigen Ensemble (u. a. Oliver Masucci, Mark Waschke, Louis Hofmann und Jördis Triebel), vor allem aber an der drückenden Atmosphäre, die das Geschehen wie ein schwelender Reaktorbrand grundiert. 

Wer den Überblick über Familienverhältnisse, Zeiten und Geheimnisse behalten will, sollte bevor er die zweite Staffel in Angriff nimmt, noch einmal einen Blick auf die ersten zehn Episoden werfen, die 2018 mit sieben Grimme-Preisen ausgezeichnet wurden. Doch Vorsicht: Und wenn du lange in das Dunkel blickst, blickt das Dunkel auch ... 

Autor: Björn Sommersacher

25.6.2019, 7.52 Uhr

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