Kritik: Die Toten von Salzburg: Mordwasser

A Leich, a Kommissar und a dunkles Familiengeheimnis: So ist der TV-Krimi "Die Toten von Salzburg: Mordwasser".

Mords-Schmäh 

Er ist schon herrlich, der Kaffehaus-Schmäh. Und keiner beherrscht ihn so gut wie Alfons Seywald (Erwin Steinhauer). "Sagen’s doch gleich Alfons zu mir, wenn Ihnen der Hofrat nicht über die Lippen kommt!", bietet der Schnurrbart-Zwirbler einem Polizisten an, der Ihre Durchlaucht am Tatort nicht gleich erkannt hat. 

Jemanden ausgesucht höflich zur Sau machen – diese Kunst macht unseren alpenländischen Nachbarn so schnell niemand nach. Schon gar nicht der bayrische Polterer Hubert Mur (Michael Fitz), der Kommissar Palfinger (Florian Teichtmeister) auch im aktuellen Fall unerbetene Amtshilfe leistet. A Leich, wieder einmal. 

A bisserl fad

Den Sohn eines ungeliebten Baulöwen hat’s erwischt. Er wurde im heißen Thermalwasser von Bad Gastein wie ein Hendl gesotten. Die Spur führt das grenzüberschreitende Duo zu einem rachsüchtigen Mörder, der für Palfinger kein Unbekannter ist. Der Fall: a bisserl fad. Umso stimmiger dagegen die Figuren, deren seelische Abgründe Erhard Riedlsperger (Buch und Regie) ausleuchtet. 

Der verliebte Kommissar hadert mit seiner Behinderung, was er mit beißendem Zynismus überspielt. Und Kollegin Russmeyer wirft ein dunkles Familiengeheimnis um den Unfalltod ihres Vaters aus der Bahn. In solchen Momenten hat der ansonsten eher ruhig dahindümpelnde Krimi Oberwasser. 

Autor: Florian Büttner

26.6.2019, 13.28 Uhr

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