Kritik: Watzmann ermittelt

Den Figuren der ARD-Krimireige "Watzmann ermittelt" fehlt es auch nach acht Episoden deutlich an Profil.

Krimistadl 

Mit solchen Problemen müssen sich die US-Kollegen in Krimis nie herumschlagen: Am Königssee ist ein Mord geschehen, doch Beissl (Andreas Giebel) und Paulsen (Peter Marton) warten vergeblich auf DNA-Spuren, den Bericht der Rechtsmedizin und die Auswertung des Laptops des Opfers – es ist schließlich Sonntag! Und im Berchtesgadener Land nimmt man es mit Gottes Regelwerk noch sehr genau.

Deshalb ist es auch keine Überraschung (jedenfalls nicht für die Zuschauer), dass ein Zugereister für den Tod des Fischers Kroh verantwortlich ist. Zuvor gerieten noch der Bruder und die Schwester des Opfers ins Visier der Alpen-Cops. Der eine ein unsauberer Geschäftsmann, die andere eine spätpubertierende Göre, beide mit Geldproblemen. 

Toller Ausblick

Ach ja: Der mysteriöse Tod des Vaters der Geschwister, der vor Jahren am Watzmann in den Tod stürzte, spielt auch eine Rolle. Der Fall des toten "Fischers vom Königssee" ist so uninspiriert, wie die Dialoge steif sind. Muss Beissl der Frau des Opfers wirklich erklären, wie ihr Schwager heißt? Und sie ihm bestätigen, dass es sich dabei um den Bruder ihres Mannes handelt? 

Obendrein haben die Figuren in acht Folgen nur unwesentlich mehr Profil entwickelt als das Personal im "Komödienstadl". Dafür entschädigen im Staffelfinale immerhin grandiose Bilder vom Königssee im Morgennebel.

Autor: Martina Borgschulze

27.6.2019, 14.16 Uhr

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