Kritik: Wenn's um Liebe geht

Die Macher der ARD-Romanze "Wenn's um Liebe geht" lassen keine abgeschmackte Wendung und keinen abgedroschenen Dialog aus.

Schrei nach Liebe 

Dank "Verbotene Liebe" und "Sturm der Liebe" hat Inez Bjørg David einschlägige Erfahrung in Gefühlsduseleien. Die kam der Schauspielerin bei den Dreharbeiten zu der ARD-Schmonzette "Wenn’s um Liebe geht" sicher zustatten. 

Denn in Sachen Schmalz und Sentimentalität über- oder besser unterbietet der von Uli Brée geschriebene und von Wolfgang Eißler inszenierte Film locker jede Soap. Die von Inez Bjørg David verkörperte Winzertochter Laura ist die gute Seele ihrer Familie und hat nach dem Tod ihrer Mutter gewissermaßen deren Rolle übernommen. Ihre Schwester Nina (Cristina do Rego) träumt von einer Karriere als Sängerin, hat aber leider so gar kein Talent, was jeder weiß – außer ihr. Umso begabter ist, wer hätte es gedacht, Laura – aber sie wiederum traut sich nicht recht auf die Bühne.

Rette sich, wer kann 

Der eitle Schlagerstar Sunny (schön kotzbrockig gespielt von Julian Looman) und sein netter Manager Vincent (Maxim Mehmet) bringen ein wenig Bewegung in die Geschichte, wenn auch nicht allzu viel. 

Man sollte sicher von einem solchen Film keine große Originalität erwarten, aber dass die Macher keine noch so abgeschmackte Wendung und keinen noch so abgedroschenen Dialog auslassen, verblüfft dann doch ein bisschen. Wenn’s um Liebe geht, sollte man eben manchmal lieber Reißaus nehmen.

Autor: Sebastian Hagner

28.6.2019, 14.28 Uhr

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