Kritik: Feud

Mit Jessica Lange und Susan Sarandon in den Hauptrollen hätte "Feud" eignetlich ganz großes Kino werden müssen.Doch der Funke springt nicht über.

Zwei alte Schachteln 

"Zwei abgetakelte alte Schachteln", waren Joan Crawford und Bette Davis in den Augen von Filmproduzent Jack Warner. Seine Aussage illustriert recht gut, was Hollywood noch vor einigen Jahren von Schauspielerinnen über 50 dachte. 

Die "alten Schachteln" allerdings verhalfen Warner zu einem Kinohit: Der schrille Thriller "Was geschah wirklich mit Baby Jane" spielte 1962 mehr als das Dreifache seiner Produktionskosten ein – nicht zuletzt, weil die Macher den Film mit der angeblichen Rivalität der Hauptdarstellerinnen bewarben. Diese "feud", zu deutsch: "Fehde", verarbeitet Ryan Murphy in seiner gleichnamigen Miniserie. 

Das Schwarze unter den Fingernägeln

In den Hauptrollen: Jessica Lange als Joan und Susan Sarandon als Bette. Mit diesen beiden grandiosen Schauspielerinnen hätte "Feud" eigentlich ganz großes Kino werden müssen. Doch der Funke springt einfach nicht über. Vielleicht, weil Murphy allzu verkrampft aktuellen Debatten (Jugendwahn, Gender-Pay-Gap, #metoo etc.) in die Handlung stopft, der legendären Rivalität aber kaum eine andere Sichtweise abringt als die, dass Frauen einander eben nie mehr als das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen. 

So schwebt "Feud" unentschlossen zwischen Zickenkrieg und Kritik am Hollywood-System. Für acht Folgen ist das einfach zu wenig. Dann doch lieber noch einmal „Baby Jane“ gucken … 

Autor: Martina Borgschulze

1.7.2019, 14.26 Uhr

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