Kritik: Elternschule

Der Dokumentarfilm "Elternschule" lief 2018 im Kino. Der darin gezeigte Alltag in der Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik ist vielen Kritikern zu lieblos gestaltet. 
 

Ausnahmefälle 

Wir alle kennen die Probleme der Kindeserziehung, sei es aus persönlicher Erfahrung oder bei Verwandten oder Freunden. Es ist ein Thema, an dem sich manche Menschen ein Leben lang abarbeiten, ein Thema, das – wie freilich fast alles heutzutage – oft sehr emotional diskutiert wird. 

Kein Wunder also, dass der Dokumentarfilm "Elternschule", der 2018 im Kino lief und nun erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde, kontrovers aufgenommen wurde. Die Regisseure Jörg Adolph und Ralf Bücheler stellen den Alltag in der Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik dar. Dorthin kommen Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs mit Kindern, die zum Teil schon erfolglos andere Therapien hinter sich haben. 

Grenzen setzen

Wir lernen in dem Film zum Beispiel Laura kennen, die 14 Stunden am Tag schreit, oder Mohammed Ali, der sich blutig kratzt. Der Psychologe Dietmar Langer erklärt den verzweifelten Eltern die Zusammenhänge zwischen ihrem Verhalten und dem ihrer Kinder. Es wird gemeinsam geübt, um festgefahrene Situationen beim Essen oder Schlafengehen aufzubrechen. 

Dabei geht es auch darum, Grenzen zu setzen, was manchen Kritikern des Films mit allzu viel Nachdruck und Lieblosigkeit geschieht. Man muss allerdings bedenken, dass "Elternschule" keinen "normalen" Familienalltag zeigt, sondern Ausnahmefälle.

Autor: Sebastian Hagner

3.7.2019, 16.23 Uhr

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