Kritik: Jenny – echt gerecht!

Die Fälle der RTL-Eigenproduktion "Jenny – echt gerecht" waren zwar wenig aufregend, dafür knisterte es zwischen Anwaltsgehilfin Jenny und ihrem Chef Max. Das geht auch in Staffel 2 so weiter.

Echt nicht schlecht 

Ein Minirock im Gerichtssaal macht noch keine Erin Brockovich. Das hat die RTL-Eigenproduktion "Jenny – echt gerecht" bereits in Staffel 1 bewiesen. Die Fälle, mit denen sich die unkonventionelle Anwaltsgehilfin (fröhlich überdreht gespielt von Birte Hanusrichter) herumschlagen durfte, waren wenig aufregend. Dafür knisterte es aber ziemlich zwischen ihr und ihrem Schnösel-Chef Max (August Wittgenstein). 

Zu Beginn der neuen Staffel herrscht nach Jennys Kündigung allerdings Funkstille. Bis sie sich zufällig im Gerichtsgebäude treffen – und von einem des Mordes angeklagten Starkoch (David Bredin) als Geiseln genommen werden. Mit Handschellen aneinander gekettet, erleben sie fortan allerlei Widrigkeiten, die man aus vielen, sehr, sehr vielen anderen, ähnlich gelagerten Serien von "Hart aber herzlich" bis "Castle" zu Genüge kennt. 

Verdammter Macho

Immerhin ringt das Drehbuch diesen Situationen einige nette Gags ab. Etwa wenn Jenny auf der Flucht in Ketten Max’ nagelneuen Wagen lenken soll und der Anwalt selbst mit einer Mündung im Rücken noch an ihrem Fahrstil mäkelt. 

Da platzt sogar dem Geiselnehmer der Kragen: "Verdammter Macho, jetzt lassen Sie die Frau doch mal fahren!" So mancher Dialog bewegt sich zwar auf Schülertheater-Niveau, aber abgesehen davon ist diese Jenny echt nicht schlecht.

Autor: Martina Borgschulze

4.7.2019, 13.45 Uhr

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