Kritik: Lucky Loser - Ein Sommer in der Bredouille

"Lucky Loser" ist Teil der ZDF-Reihe "Shooting Stars", in der junge Filmemacher zeigen, was sie können. Gerne mehr davon!
 

Frische Brise 

Kindskopf Mike (klasse: Peter Trabner) hat Wohnung und Job verloren und trauert seit neun Jahren seiner Exfrau Claudia (Annette Frier) nach. Die lebt inzwischen mit dem Juristen Thomas (Kai Wiesinger) ein derart spießiges Vorstadtleben, dass es einem beim Anblick des weißgetünchten Gartenzauns regelrecht graut. 

Claudias und Mikes Teenie-Tochter Hannah (Emma Bading) übrigens auch, weshalb sie beschließt, zu ihrem Vater zu ziehen. Mangels Wohnung landen sie auf einem Campingplatz in Brandenburg, wo sich bald Hannahs deutlich älterer und schwarzer Freund Otto (Elvis Clausen) zu ihnen gesellt. Von nun an absolviert Mike einen halsbrecherischen Spagat zwischen Verantwortungsgefühl und dem Wunsch, ein cooler Dad zu sein. 

Herrlich unverkrampft

Lebenskrise, Alltagsrassismus, erste Liebe und erster Sex, die Sehnsucht nach Sicherheit und die Sehnsucht nach Freiheit: Regisseur und Autor Nico Sommer packt so einiges in seine Komödie. 

Dass sein "Kleines Fernsehspiel" dennoch nie überfrachtet wirkt, liegt an der Leichtigkeit, mit der er viele seiner Themen einfach nur streift. Die Dialoge sind, obwohl teilweise improvisiert, herrlich pointiert. Und herrlich unverkrampft. Etwa wenn sich Thomas sorgt, weil Claudia "in Brandenburg nach dem Rechten sieht". Dieser Film ist eine frische Brise im ZDF-Programm. Mehr davon! 

Autor: Martina Borgschulze

8.7.2019, 14.05 Uhr

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