William Shakespeare

Vor 400 Jahren starb William Shakespeare. arte widmet dem Dichtergenie gleich drei Thementage. Guter Anlass für eine (Wieder-)Entdeckung

Wer schrieb "Romeo und Julia"?

Wer schrieb Shakespeares Werke? Mark Twain, der Autor von "Tom Sawyer und Huckleberry Finn", war sicher: Jedenfalls nicht jener William Shakespeare, der 1564 in Stratford-upon-Avon geboren wurde und dort vor 400 Jahren, am 3. Mai 1616, starb. Zwar war dieser Mann ein wirtschaftlich sehr erfolgreicher Theaterunternehmer. Aber war er auch der Urheber der von ihm aufgeführten Stücke? Woher soll er, der aus einfachen Verhältnissen stammte und kaum Bildung genoss, jene knapp 40 genialen Stücke geschrieben haben, die einen erheblichen geografischen, historischen und geistesgeschichtlichen Hintergrund widerspiegeln? Die sogenannten "Stratfordianer" hingegen halten jeden Zweifel an Shakespeares Autorenschaft für völlig aus der Luft gegriffen.

Stücke mit Variationen

Wer will, kann sich, im Rahmen gleich dreier Thementage auf arte, trefflich mit der viel diskutierten Frage der Urheberschaft von Shakespeares Werken auseinandersetzen, zum Beispiel in der glänzenden Dokumentation "Der nackte Shakespeare". Oder aber man konzentriert sich auf das Opus selbst: dieses einzigartige Werk, das immer und immer wieder in Theater- und Musikstücken, in Filmen, Dokus, Deklamationen, Variationen wiedergegeben, weitergesponnen, aufgegriffen, verändert, konterkariert, persifliert wurde.

Für all dies bieten die drei Thementage jede Menge im wahrsten Sinne anschauliche Beispiele. Eine ziemlich einmalige Gelegenheit, in die Welt und das Werk eines Mannes einzutauchen, dessen Theaterstücke die meistgespielten und -verfilmten der Welt sind und deren weltweite Wirkung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Liebe, Macht, Konflikte, Intrigen, Schicksal – bis heute sind Shakespeares Darstellungen solch bestimmender Momente des menschlichen Seins gültig und treffend. Über Shakespeare wissen wir wenig. Aber er kannte uns bestens.

Vier von 14: Highlights aus dem arte-Programmschwerpunkt "Shakespeare"

Romeo und Julia (Foto, r.) mit Arnaud Chéron und Sarah Llorca. Hier verbinden sich Film und Bühne zu einer wunderbaren Bildsprache. 

Ein Sommernachtstraum: Turbulente Liebesverwicklungen, in die auch Elfen und Waldgeister verwickelt sind. Mit Kevin Kline, Michelle Pfeiffer 

"Shakespeares letzte Runde" steigt im London von heute. Mit dabei sind Iris Berben und Reiner Schöne - und jede Menge menschliche Eitelkeit. 

Lars Eidinger als "Richard III." in der umjubelten Inszenierung von Thomas Ostermeier. 

19.4.2016, 0.00 Uhr

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