Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten

Christine Neubauer bringt bayerisches Kulturgut zu den Gauchos: ­"Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten"

Läuterung einer Grantlerin

Bayern müssen jetzt sehr tapfer sein. Sie sind es ja gewohnt, dass die Weißwurst jenseits des bekannten Äquators belächelt wird. So mancher Preuße verstößt auch gegen die einfachen Regeln "Nicht nach 12 Uhr" und "zutzeln statt schneiden". Doch was die Argentinier aus dem Kulturgut in der Pelle machen, geht eindeutig zu weit: Die Weißwust wird gegrillt und in Ketchup ertränkt!

Zur Rettung schreitet Maria, wortkarge Metzgerin, die den Weißwurst-Export ankurbeln soll, um den Betrieb ihres Bruders zu retten. Dabei lernt sie den Einheimischen Diego schätzen und verhilft sogar ihrem depressiven Neffen zu Lebenslust.

Weißwurst-Traditionen

Christine Neubauer kehrt nach längerer Pause zurück zum ARD-Freitag. Nicht als Heldin, sondern als Grantlerin, ständig einen Fluch auf den Lippen, Herrgottsakra. Allein wie sie die Argentinier "Barrbaarn" schimpft, ist bester Mundarthumor. Das Weißwurst-Machen eignete sich die Schauspielerin übrigens extra an. "Witzigerweise habe ich das bei einem deutschen Metzger namens Uwe in Uruguay gelernt … Ich wollte vermeiden, dass mich nach meiner Rückkehr bayerische Metzger an den Weißwürsten aufhängen, wenn die Traditionen zum unglaubwürdigen ,Schmarrn‘ verkommen."

Klischees mit Nähr- und Mehrwert

Keine Sorge, Frau Neubauer, ein Schmarrn ist es nicht geworden. Am Freitag im Ersten wollen wir unterhalten werden, mit freundlichem Witz und gerne auch etwas Melancholie. Das schaffen die 90 Minuten ganz ordentlich. Auch das übertriebene Spiel mit Klischees passt zu dieser Kultur-Kampf-Komödie gut. Und selbst als Bayer kann man noch einiges lernen. Oder weiß etwa ein jeder, was eine "Opferwurst" ist? Maria erklärt es uns …

29.11.2016, 0.00 Uhr

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