Die Toten vom Bodensee: Die Braut

Aura am Ufer

"Die Toten vom Bodensee" bleibt eine sehenswerte Krimireihe, Nora ­Waldstätten entlockt ihrer strengen Kommissarin neue Facetten 

Harald Krassnitzer als Gaststar

Diesen bohrenden Blick hat sie einfach drauf. Nora Waldstätten prägt auch den vierten Binnenmeer-Krimi mit ihrer undurchdringlichen Aura – obwohl ihre Rollenfigur Hannah Zeiler sich dezent verändert, mal mit brüchiger Stimme spricht, mal fast weiche Züge zulässt. Fans der Reihe wissen seit der letzten Episode, dass die Ermittlerin ein Trauma mit sich trägt, das eng mit dem Bodensee verknüpft ist. Nora Waldstätten freut sich, dass ihre Polizistin nun "ihren hermetischen Zustand etwas hinter sich lassen darf". Als Zuschauer hoffen wir aber auch, dass nicht alle emotionalen Barrieren fallen – etwas spröde darf die Frau Kommissarin ruhig bleiben.

Zum Glück ist da ja noch Matthias Koeberlin als Micha Oberländer, der seiner Kollegin wieder zahlreiche Anlässe für böse Blicke gibt. "Wir sind hier am Bodensee, Zeiler, sie können nicht jedes Mal in Schockstarre verfallen, wenn sie aufs Wasser schauen", ermahnt er sie. Wenig einfühlsam, aber es wartet schließlich auch Arbeit: Das deutsch-österreichische Duo muss klären, wer eine Braut bei der obligatorischen Entführung erschlagen hat. Als Vater des verzweifelten Bräutigams überzeugt Gaststar und Krimiveteran Harald Krassnitzer.

Finnischer Qualitäts-Standard

Apropos Krimiveteran: Hannu Salonen hat erstmals den Regiestuhl am Bodensee übernommen – praktischerweise in seiner Wahlheimat. Wie in vielen seiner "Tatort"-Arbeiten erfreut uns der Finne mit ruhiger Erzählweise sowie einem untrüglichen Gespür für starke Bilder. Und macht Lust auf die nächste Episode, die er mit dem bewährten Team bereits abgedreht hat: "Abgrundtief" handelt vom Mord an einem behinderten Mädchen, der genaue Sendetermin steht noch aus.

25.4.2017, 0.00 Uhr

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