Die Dracheninsel: Königreich der Echsen

Von der Macht des fiesen Speichels

Als Kuscheltiere geben Komodowarane wenig her, als faszinierende Doku­darsteller umso mehr. Hier kommt der Beweis: "Die Dracheninsel – Königreich der Echsen".

Könige der Echsen

Über 20 000 Inseln liegen zwischen Südasien und Australien, viele locken Touristen mit Stränden in Panoramatapeten-Qualität. Die gibt es auf Komodo auch, einem Teil der zu Indonesien gehörenden kleinen Sundainseln. Doch die jährlich etwa 30 000 Besucher schätzen als wahre Attraktion geschuppte Riesen: Komodowarane gelten als die Könige der Echsen, wirken auf Menschen wie die letzten Dinosaurier oder wie leibhaftig gewordene Drachen aus mittelalterlichen Sagen.

Alphamänner im Clinch

Ein britisches Filmteam hat die Heimat der Drachen besucht und deren Alltag beobachtet. Das Ergebnis läuft in dieser Woche als Erstausstrahlung bei N24, das ab dem 18. Januar unter "WeLT" firmieren wird.* Ganz nah kommt die Kamera den bis zu drei Meter langen, bis zu 70 Kilogramm schweren Echsen. Wobei die Männer eindeutig die massigeren sind – und die, die bei der Partnersuche keinen Spaß verstehen. In blutigen Duellen fechten sie aus, wer bei den Weibchen zum Zuge kommt.

Der Film erzählt von den Rangkämpfen der mächtigen Reptilien wie von unerbittlichen Königsschlachten in "Game of Thrones". Bei der Jagd sind übrigens Tiere beiderlei Geschlechts wenig zimperlich; sie legen sich auch mit Opfern an, die ihnen körperlich überlegen sind. Im Gebüsch harren sie tagelang aus, bis ihre Chance kommt, auch Hirsche, Wasserbüffel und Wildschweine müssen vor ihnen zittern.

Opfer ohne Chance

Selbst wer entkommt, hat meist kein Glück, denn schon ein einziger Biss der Riesenwarane endet tödlich. Ihre Geheimwaffe ist ihr Speichel, in dem Bakterien wohnen, die für sie selbst ungefährlich sind. Bei den Beutetieren dagegen lösen sie tödliche Blutvergiftungen aus. Komodowarane folgen ihren angezählten Opfern dank ihres ausgezeichneten Geruchssinns oft kilometerweit. Und dann fressen sie sich derart voll, dass sie ihr Eigengewicht fast verdoppeln. Aber auch kleine Happen sind willkommen, selbst der eigene Nachwuchs ist nicht sicher.

Die Juniorwarane, die im Vergleich zu ihren Kannibaleneltern recht niedlich aussehen, leben deshalb auf Bäumen. Doch so majestätisch und unnahbar die Komodowarane wirken - die Doku verrät auch, dass ihre Zukunft leider düster ist. Denn gegen die Vernichtung ihrer Lebensräume sind die Drachen machtlos: Ganze 4000 Exemplare soll es noch geben.

 

* Vor vier Jahren übernahm der Medienkonzern Axel Springer SE den Nachrichten- und Dokusender N24, nach und nach schuf man eine gemeinsame Redaktion mit den Kollegen der hauseigenen Zeitung "Die WeLT". Als "wichtigen Schritt der Integration" bekommt der Sender nun einen neuen Namen: Ab dem 18. Januar heißt er schlicht "WeLT".

 

21.12.2017, 15.19 Uhr

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