"Teufelsmoor"

Das Moor in ihr

Der TV-Thriller "Teufelsmoor" bietet Psychospannung, dezenten Gruselfaktor und vor allem Silke Bodenbender in einer Paraderolle.

Im Haus des Vaters warten fiese Erinnerungen auf Inga (Silke Bodenbender)

Im Morast der Vergangenheit

Vorweg eine Warnung in den Worten der Autorin Corinna Vogelsang: "Die Figur, der wir durch die Handlung folgen, muss fürchten, verrückt zu werden, sie kann ihren Sinnen nicht trauen. Das macht sie für uns zu keiner verlässlichen Begleitung. Man sollte also aufpassen, wohin man ihr folgt."

Die besagte Figur ist Inga, die ins Haus ihres gerade verstorbenen Vaters zurückkehrt. Sie ahnt, dass die Probleme mit ihrer Ehe, ihrem Sohn, ihrer eigenen Seele aus einem Trauma rühren: Ihr kleiner Bruder verschwand einst im Moor, als sie auf ihn aufpassen sollte. Und am selben Tag verschwand der erwachsene Bruder der Ungarin Anna, die anschließend bei Ingas Eltern aufwuchs. Dicke Moorbatzen haben sich seitdem über Ingas Erinnerungen gelegt; der Versuch, sie abzutragen, wird angetrieben durch einige gruselige Ereignisse in der Außenwelt. Dabei ist nie so ganz klar, wer der Heldin helfen und wer sie eher in den Wahnsinn treiben will.

Innere Dialoge und uralte Geister

Als Spiegel von inneren Kämpfen eignet sich wohl kaum eine deutsche Schauspielerin so gut wie Silke Bodenbender. Man glaubt zu spüren, wie in ihrer Inga das verletzte Kind mit der verzweifelten Erwachsenen spricht.

Ergänzt wird die Seelenforschung durch klassische Mystery-Elemente: dunkles Moor, dumpfe Dorfbewohner, uralte Geistersagen, verborgene Räume im alten Gemäuer. Zum Glück überwuchern diese Stilmittel aber nicht die eigentliche Geschichte, die anschaulich schildert, wie sehr vergangene Erfahrungen unsere aktuelle Wahrnehmung leiten und verzerren können. Also Vorsicht, das Moor ist gefährlich.

8.1.2018, 11.21 Uhr

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