"Friesland"

Sie ist das Hirn, er ist nur die Uniform

Neuer Partner, bewährtes Konzept: In der ARD-Krimireihe "Friesland" legt sich rtv-Titelstar Sophie Dal als Küstenkommissarin Süher mit Mördern und Machos an. 

Sophie Dal alias Süher mit ihrem neuen Kollegen Maxim Mehmet alias Henk

Selbstbewusste Kommissarin

Wenn sie den Unterkiefer vorschiebt und das Kinn leicht in Richtung Friesenhimmel hebt, ist Schluss mit lustig. Süher, die selbstbewusste Kommissarin von der Waterkant, lässt sich weder von Verdächtigen noch von Kollegen schwach anreden.

Auch ihr neuer Partner und Möchtegern-Casanova Henk fängt sich gleich eine Abreibung ein: "Ich bin das Hirn, du nur die Uniform". Klare Rollenverteilung also beim ersten gemeinsamen Fall: Die städtische Frauenbeauftragte wurde mit einer Harpune durchbohrt - gerade als der Brauch des "blauen Jan" zelebriert wird. Dabei ziehen maskierte Männer mit Harpunen durch Leers Straßen, um Frauen zu erschrecken. Die raue Sitte beruht auf dem Machogetue mittelalterlicher Walfänger, weshalb das Opfer ihn abschaffen wollte.

Ein ganz klein wenig sympathisch

In der sechsten "Friesland"-Episode "Der blaue Jan" fehlt erstmals Florian Lukas: Wegen des großen Erfolges der Reihe sollen künftig zwei Filme pro Jahr gedreht werden, das verträgt sich nicht mit seinem vollen Terminkalender. Lukas' Nachfolger Maxim Mehmet macht sich von Beginn an gut als leichtlebiger, aber auch leicht dösig dreinblickender Friese. Mehmet profitiert natürlich auch davon, dass er in ein gemachtes Nest fällt, bewohnt von lieb gewonnenen Helden wie Grummelbulle Brockhorst, Grasbestatter Habedank und Möchtegern-Forensikerin Insa.

Und natürlich Sophie Dal, die seit Beginn die Reihe prägt. Ebenso wie die ARD-Serie "Die Kanzlei" (ehemals "Der Dicke"), bei der die Berlinerin seit dem Start 2005 nicht wegzudenken ist. Ohne im Fernsehen omnipräsent zu sein, steht sie also für Lieblingsfiguren des Publikums. Apropos Publikumsliebling: Das "Friesland"-Skript schrieb diesmal "Wilsberg"-Erfinder Jürgen Kehrer, der die Marotten der Figuren mit leichter Hand fortspinnt. Auch wenn meist die heitere, dezent skurrile Tonart überwiegt, überzeugt auch das dramatische Finale auf dem Meer. Am Ende findet Süher dann ihren Neuen zumindest "ein klein wenig sympathisch" - ist ja schon mal ein Anfang.
 

3 Fragen an ...

... den 1975 in Kassel geborenen Schauspieler Maxim Mehmet ("Männerherzen") zu seinem Einstieg in die Samstags-Kultreihe.

1. Was sind Stärken und Schwächen ihrer Figur "Henk"?

Maxim Mehmet: Henk ist ein Mensch mit gesunder bis übersteigerter Selbstüberzeugung. Das betrifft vor allem seine Wirkung auf Frauen. Zumindest denkt er das von sich.

2. Süher fremdelt zunächst mit Henk. Wo liegt das Problem?

Maxim Mehmet: Süher stößt sich an Henks etwas derberem, manchmal machohaftem Verhalten und seiner kindischen Art. Henk geht dagegen ihr Pflichtbewusstsein auf die Nerven.

3. Sie leben in Berlin. Wie gefällt Ihnen Ostfriesland?

Mir gefallen das Land und seine Menschen, die trotz vorkommender Einsilbigkeit, oder gerade deswegen, sehr herzlich sind. Der ständige Wind macht mich jedoch fertig!

8.1.2018, 11.50 Uhr

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