"Sankt Maik"

Charmanter Serien-Neustart bei RTL

Ein Gauner als falscher Priester? Ist unterhaltsamer, als es klingt. Der RTL-Zehnteiler "Sankt Maik" punktet gleich mehrfach.

Mit Charme und Soutane

"Oh Gott, wie mache ich das?!" Allerhöchste Instanzen rief Daniel Donskoy an, als er die 400 Seiten Drehbuch von "Sankt Maik" zum ersten Mal vor sich liegen hatte. Ob er beim Textlernen ("Immer wieder die zehn Gebote, immer wieder das Vaterunser!") von ganz oben Hilfe bekam, weiß nur er.

Fest steht: Nicht nur der Text sitzt – Daniel Donskoy gibt den Maik Schäfer, der als Taschendieb unfreiwillig zum Priester mutiert, mit Charme, Schalk und der hier notwendigen Prise Tiefgang. Sie verhindert, dass "Sankt Maik" in den Klamauk abrutscht oder gar religiöse Gefühle verletzt. Da wirkt sogar ein unorthodoxer Gebetsabschluss wie "Amen, Alter!" eher authentisch und irgendwie liebenswert.

Döner um halb vier

Ein Glücksgriff also, diese Besetzung. Das Buch (Headautorin: Vivien Hoppe, "Der Lehrer") umschifft Peinlichkeiten souverän, und irgendwann sieht man diesem erfrischenden Priester einfach nur noch amüsiert dabei zu, wie er mit Methoden agiert, die die katholische Glaubenskongregation eher nicht empfiehlt, bei den gemeinen Gläubigen aber ankommen. Eindruck hinterlässt Hochwürden übrigens auch bei Eva (Bettina Burchard, "Kripo Holstein"), die den Kirchenchor leitet - und die örtliche Polizeistation ...

Für Daniel Donskoy, der in Berlin lebt und sich auch in London zu Hause fühlt, war der Dreh im Rheinland eine neue Erfahrung: "Du sitzt in der Kneipe, und nach zwei Kölsch wird mit dir geplaudert." Umziehen will er aber nicht: "Ich brauche die Möglichkeit, morgens um halb vier noch einen Döner zu essen ..."

15.1.2018, 13.30 Uhr

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