"Die vermisste Frau"

Raffinierter Thriller mit Topbesetzung

In "Die vermisste Frau" zeigen Corinna Harfouch, Jörg Hartmann und Ulrich Matthes, dass manchmal nichts ist, wie es scheint.

Fast perfekte Pläne

"Das ist ja mein Schicksal, dass ich eher die Massenmörder spiele als die freundlichen Apotheker", verriet Ulrich Matthes einst im Interview mit rtv. Tatsächlich ist er in Horst Sczerbas (Drehbuch und Regie) raffiniertem Thriller mal wieder ein Berufskiller: Bruno, einer, der seine Arbeit still und sorgfältig erledigt. Normalerweise. Doch diesmal ist alles anders. Sein Opfer kommt ihm zuvor - fast.

Es handelt sich um Karen, Lebensgefährtin des hoch verschuldeten Georg. Beide haben eine Lebensversicherung über eine Million Euro abgeschlossen. Aus Liebe zu Georg will sich Karen das Leben nehmen, damit er seine Schulden bezahlen kann. Nicht ahnend, dass er ihrem Ableben mittels eines Berufskillers ohnehin nachhelfen wollte. Genau dieser Killer, Bruno, läuft Karen über den Weg, als sie ihren Selbstmordversuch abbricht. Nach und nach kommt sie Georg, der längst eine neue, jüngere Freundin hat (gespielt von der nicht zu unterschätzenden Lorna Ishema), und seinen Mordplänen auf die Schliche. Jetzt wandelt sich Karen von der verhuschten Selbstmordkandidatin zur rachsüchtigen Kämpferin. An ihrer Seite: Killer Bruno. Das mörderische Spiel beginnt von vorn.

Die komische Seite der Tragödie

"Wenn zu Spannung und Nervenkitzel auch noch Humor dazukommt, ist es für mich perfekt", findet Horst Sczerba. Die perfekte Besetzung sorgt dafür, dass sein Konzept aufgeht. Corinna Harfouch brilliert als die Wandelbare, Ulrich Matthes als der Schweigsame, Jörg Hartmann als der Einfältige. Drei ausgezeichnete Charakterdarsteller, die der perfiden Geschichte Überzeugungskraft und Witz geben. Ganz in Sczerbas Sinne. Denn: "Ohne seine komische Seite wäre die tragische Seite des Lebens kaum zu ertragen."

22.1.2018, 16.09 Uhr

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