"Beck is back!"

Teamarbeit

In der neuen Serie "Beck is back!" kann sich rtv-Titelstar Bert Tischendorf ganz auf seine Kollegin Andreja Schneider verlassen.

Mehr als nur einer mehr

Im Zuge seiner Eigenproduktions-Offensive (vergangene Woche startete "Sankt Maik") präsentiert RTL an seinem neuen "Serien-Dienstag" "Beck is back!". Eine Anwaltsserie. Originell? Klingt zunächst nicht so. Es gab ja schon "Danni Lowinski" und es gibt noch "Die Kanzlei" oder "Der Staatsanwalt". Aber zum Glück ist "Beck" mehr als nur einer mehr.

Auch wenn dieser Pflichtverteidiger ohne Berufspraxis seine Dienste wie viele seiner TV-Vorgänger minderbemittelten Außenseitern zur Verfügung stellt, hat er doch etwas, was andere nicht haben: die resolute Anwaltsgehilfin Jasmina. Sie arbeitet eigentlich als Putzfrau bei ihm, hat verschwiegen, dass sie in Kroatien Richterin war. "Wär will schon Putzefrau haben, die klieger ist als man selbst", fragt sie mit hinreißendem Akzent.

Ein echte Dreamteam

Andreja Schneider spielt die Rolle der Jasmina und ist der heimliche Star der neuen zehnteiligen Serie. Ursprünglich hieß ihre Figur Irina und sollte aus Rumänien stammen. Doch dann entschied man sich für die Frau mit dem kroatischen Hintergrund. Gute Entscheidung. Findet auch Beck-Darsteller Bert Tischendorf (zum Interview geht’s hier). Er hat für die Serie seine Rolle der ZDF-Produktion "Letzte Spur Berlin" aufgegeben. Das könnte sich gelohnt haben, "Beck is back!" hat das Zeug zum Quotenrenner. Dafür sorgen flotte Drehbücher und schmissige Dialoge, die oft mit einer gewissen Schlüpfrigkeit daherkommen. Sex sells, Euer Ehren!

Abgeschlossene Episoden mit Rahmenhandlung

Starker Tobak allerdings, dass Becks erster Klient angeklagt ist, eine junge Frau ermordet zu haben, die ihm sexuell zu Diensten war. Neben den in sich abgeschlossenen Fällen weist die Serie auch horizontale Handlungsstränge auf. Becks untreue Gattin (gespielt von Annika Ernst) will zwecks Politkarriere die vier Kinder dekorativ bei sich haben, ihr Geliebter (René Steinke) ist gleichzeitig Becks Gegenspieler vor Gericht, und die attraktive Susanne (Julia Dietze) eine Kommilitonin von früher.

Für schauspielerische Glanzstücke sorgt zudem Simon Licht als Richter mit gesundem Menschenverstand. Langeweile kommt also nicht auf, wenn sich der Jungspund und die Richterin ans Verteidigen und Falllösen begeben. "Super, Chef", sagt die Putzefrau-Richterin am Ende der ersten Folge: "Das war wie echtes Fernsehkommissar". Wohl wahr. Wir haben schon Schlechteres gesehen.

22.1.2018, 16.32 Uhr

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