"Elser – Er hätte die Welt verändert"

Aus dem Schatten

Im Kinofilm "Elser - Er hätte die Welt verändert" verbeugt sich Regisseur Oliver Hirschbiegel vor dem Hitler-Attentäter Georg Elser.

Georg Elser (Christian Friedel) plant den Anschlag im Münchner Bürgerbräukeller

Filmisches Denkmal

13 Minuten haben gefehlt, und eine Bombe hätte am 8. November 1939 fast die gesamte NS-Führungsriege ausgelöscht und womöglich eines der dunkelsten Kapitel der Weltgeschichte verhindert. Der Täter, der Schreiner Georg Elser, hatte sein Attentat im Münchner Bürgerbräukeller minutiös geplant. Keiner konnte ahnen, dass Adolf Hitler seine Rede früher beenden und vorzeitig abreisen würde.

Georg Elser war weder ein intellektueller Widerstandskämpfer wie Sophie Scholl noch ein Offizier wie der Verschwörer Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Umso wichtiger war es Regisseur Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") und den Drehbuchautoren Léonie-Claire und Fred Breinersdorfer ("Sophie Scholl - Die letzten Tage"), ihn aus deren übergroßem Schatten zu holen. Die zentralen Szenen ihres Films bilden die brutalen Verhöre durch Reichskripo-Chef Nebe (Burghart Klaußner) und Gestapo-Chef Müller (Johann von Bülow). Dazwischen nähern sich die Filmemacher in Rückblenden der Person Elsers an.

Ein Mann mit Weitsicht

Christian Friedel ("Das weiße Band") spielt den unscheinbaren Handwerker mit großer Überzeugungskraft. Er genießt das Leben und die Liebe, gleichzeitig nimmt er mit großer Aufmerksamkeit und Weitsicht die Veränderungen wahr, die mit der Machtergreifung Hitlers das Land durchziehen. "Ich wollte noch größeres Blutvergießen verhindern", erklärt sich Elser im Verhör. Autor Breinersdorfer möchte mit dem Film nicht nur an einen mutigen Mann erinnern, sondern auch an unsere aktuelle, gesetzlich verankerte "Pflicht, Widerstand zu leisten".

19.2.2018, 13.55 Uhr

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