"Bad Banks"

Nur Menschen

Fremde Welt, fesselndes Fernsehen: "Bad Banks" wirft uns mitten ­hinein in den harten Konkurrenzkampf unter Investmentprofis.

Zwischen Euphorie und Panik: Jana (Paula Beer) geht für ihre Karriere bis an die Grenzen

Wie ein Rausch

"Strukturierte Finanzprodukte": Vor 2008 interessierte sich außer Bankern und Anlegern kaum jemand für Verkaufsschlager dieser Art, seit der Krise haben sie einen Ruf wie Massenvernichtungswaffen. Doch wer versteht schon, was in der Sparte "Investmentbanking" überhaupt passiert?

Und was die Akteure antreibt? Früher galten sie mal als Herren des Universums, heute fast als Gangster. Wo die Wahrheit liegt, ergründet nun der Sechsteiler "Bad Banks". Die Produzenten sprachen mit Insidern, erfuhren unglaubliche Storys. "Ich konnte nicht aufhören mit der Recherche, die Gespräche lösten einen Rausch aus", beschreibt Regisseur Christian Schwochow die Vorarbeit.

Investieren lohnt sich!

Viel von diesem Rausch spürt man in seiner Serie. Sie ist rasant erzählt, bevölkert mit spannenden Protagonisten, die man mal bewundert, mal verachtet, mal bemitleidet. Gespielt werden sie von Könnern wie Tobias Moretti, Barry Atsma oder Jörg Schüttauf. Exzesse gegen den Schlafentzug Fixpunkt im "Bad Banks"-Universum ist aber Paula Beer als junge Bankerin Jana.

Die sitzt in einer fiktiven Großbank an einer Schaltstelle der Kredit macht; es gilt, ein Milliardenprojekt der Stadt Leipzig abzusichern, viele Akteure wittern ein Geschäft. Janas Chef ahnt jedoch nicht, dass sie von der Konkurrenz erpresst wird. Und der Zuschauer ahnt kaum, wie komplex jede Figur in Ninas Team tickt, welche Motivation sie in ihren schlaflosen, oft exzessiven Lebensstil treibt. Diese menschliche Seite macht die Serie so umwerfend. Also keine Angst vor dem "trockenen" Thema, investieren Sie 310 Minuten – es lohnt sich.

26.2.2018, 16.24 Uhr

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