Das Joshua-Profil

Prophet, digital

Die RTL-Produktion "Das Joshua-Profil" mit Franziska Weisz liefert knallige Spannung zum Kopfabschalten.

Kim (Franziska Weisz) verliert das Vertrauen in ihren Mann Max (Torben Liebrecht)

Der allwissende Computer 

"Joshua hat Sie im Visier", warnt ein rätselhafter Anrufer den unbescholtenen Krimiautor Max. Der biblische Name steht für ein Programm, das Verbrechen vorhersagen kann. Zumindest behaupten das die Programmierer, die ans "Predictive Policing" glauben, an vorhersagende Polizeiarbeit. Zugegeben: Max schreibt Thriller, in denen es blutig zugeht, aber hat er deswegen auch eine kranke Fantasie? Könnte er gar seine Pflegetochter missbrauchen und entführen, wie es "Joshua" vorhergesagt hat? Bald beginnt selbst seine selbstbewusste Frau Kim, an seiner Unschuld zu zweifeln …  

Kim wird gespielt von rtv-Titelstar Franziska Weisz, spätestens seit ihrer Rolle als "Tatort"-Ermittlerin eine ­feste Größe im deutschen Spannungsfernsehen. An ihrer Seite ist Torben Liebrecht als Max ein Hingucker mit Sixpack-Bauch, Armin Rohde hat als bulliger Anwalt starke Szenen. Neben der Besetzung dürfte auch der Name des Autors der Romanvorlage Aufmerksamkeit garantieren: Sebastian Fitzek, seit 2006 Stammgast in den Bestsellerlisten. 

Nachdenken? Lieber nicht zu viel … 

Thrillermeister Fitzek hat in der TV-Adaption einen hübschen, selbstironischen Auftritt als Buchhändler. Wie seine Werke setzt auch die Verfilmung auf Effekte, während zu viel Hinterfragen die Spannung verderben würde. Diese wird gekonnt aufgebaut; kein Wunder, denn Regie führte ein Oscar-Gewinner (Jochen Alexander Freydank), das Skript schrieb ein Grimme-Sieger (Jan Braren). Auch ohne Computerprognose wissen wir: Filmpreise wird "Das Joshua-­Profil" nicht absahnen, taugliche Unterhaltung bietet es trotzdem.

20.3.2018, 6.00 Uhr

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