Netflix: Neue Serien und Filme im Mai

Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger feiert ihr Seriendebüt und die dritte deutsche Netflix-Produktion startet: "What/If" und "How to Sell Drugs Online (Fast)" im Mai neu bei Netflix. 

Dead to me, Staffel 1 ab 3.5.

Jen und Judy könnten verschiedener nicht sein: Jen ist eine erfolgreiche Immobilienmaklerin, die sich und ihr Leben stets im Griff hat. Judy hingegen ist schusselig, chaotisch und neigt zu Neurosen. Und doch verbindet die beiden Frauen eine Gemeinsamkeit: Ihr Ehemänner sind tot. Jen‘s Gatte starb erst vor Kurzem – er wurde bei einem Unfall mit Fahrerflucht getötet. Der plötzliche Tod ihres Mannes macht Jen aber nicht nur traurig, sondern auch zynisch – und wütend: Jen will den Fahrer des Wagens finden, der ihren Mann getötet hat.

Beim Besuch einer Selbsthilfegruppe, um die Trauer besser zu verarbeiten, trifft sie Judy, die ihr mit ihrer aufdringlichen Art eher unsympathisch ist. Doch die beiden freunden sich in ihrer gemeinsamen Not schnell an und Jen lässt Judy sogar zu sich in ihr "Gästehaus" – die Garage – ziehen. Jens zwei Kinder sind davon alles andere als begeistert. Außerdem scheint Judy etwas zu verbergen – schon bald steht die Polizei vor Jens Tür.

In den zehn Folgen wachsen einem Christina Applegate als Jen und Linda Cardellini als Judy schnell ans Herz – auch wenn Judys Geheimnis recht schnell ans Licht kommt, schaut man gerne weiter. Die Genre-Mischung aus Drama und Comedy ist aktuell ohnehin sehr beliebt. Die Produzentin Liz Feldman auch schon hinter der Erfolgsserie "Two Broke Girls". Als Executive Producer mit an Bord sind zudem Will Ferrell und Adam McKay – sie verpassen der Serie die richtige Portion Humor.

 


 

What / If, ab 24.5.

Was wäre, wenn …? Diese Frage wird gestellt, seit Geschichten erzählt werden. Nun verwendet Netflix diese Erzähltechnik als Grundlage einer von Mike Kelley ("Revenge") entwickelten Anthologie-Serie.

In der 1. Staffel steht das frisch vermählte Ehepaar Lisa (Jane Levy) und Sean (Blake Jenner) im Mittelpunkt, das in San Francisco lebt und in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Da tritt die Risiko-Kapitalanlegerin Anne (Renée Zellweger) in das Leben der beiden und macht ihnen ein Angebot, das sie an sich kaum ablehnen könnten – wenn es nicht ethisch so fragwürdig wäre. Es wird spannend zu sehen sein, wie zwei "normale Bürger" sich in einer solchen Ausnahmesituation verhalten. Und auch die erste Serien-Hauptrolle der Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger ist ein Grund, sich "What/If" nicht entgehen zu lassen.

 


 

How to Sell Drugs Online (Fast), Staffel 1 ab 31.5.

Wie bekommt man seine Freundin zurück? Klar, man verkauft bessere Drogen als ihr Neuer. So denkt sich das zumindest der Schüler Moritz (Maximilian Mundt), der in seinem Kinderzimmer zusammen mit seinem besten Kumpel Lenny (Danilo Kamperidis) einen europaweiten Online-Drogenhandel aufzieht. Der geht ziemlich schnell durch die Decke, aber natürlich birgt das Drogengeschäft auch jede Menge unkalkulierbarer Risiken …

Die Idee zur dritten deutschen Netflix-Produktion nach "Dark" und "Dogs of Berlin" basiert auf einer wahren Begebenheit: 2013 verkaufte der 18-jährige Maximilian S. unter dem Decknamen "Shiny Flakes" aus seinem Kinderzimmer in Leipzig Drogen im Wert von knapp vier Millionen Euro. Im November 2015 wurde er zu sieben Jahren Haft verurteilt. Produziert wurde die stylishe Coming-of-Age-Comedy von der in Köln-Ehrenfeld ansässigen bildundtonfabrik ("Neo Magazin Royale"). Regie führten Lars Montag ("Einsamkeit und Sex und Mitleid") und Arne Feldhusen ("Stromberg", "Der Tatortreiniger"). Bjarne Mädel spielt eine Nebenrolle als knallharter Drogendealer von der Straße.

 


 

When they see us, Staffel 1 ab 31.5.

Die Miniserie erzählt die wahre Geschichte der Central Park Five: 1989 wurden in New York fünf Jugendliche dunkler Hautfarbe fälschlicherweise einer Vergewaltigung für schuldig befunden. Die vier Afro- und der Latino-Amerikaner waren damals alle zwischen 14 und 16 Jahre alt und wurden von der Polizei unter Anwendung von Gewalt zu einem Geständnis gedrängt – welches sie später zurückzogen. Auch wurden keine Spuren von ihnen am Tatort gefunden. Die rassistisch voreingenommene Justiz sprach die angeklagten Jugendlichen dennoch schuldig.

Der Fall spaltete damals die amerikanische Gesellschaft: Manche hielten die einseitigen Ermittlungen schon damals für rassistisch, andere hetzten wiederum gegen die vermeintlichen Täter. Donald Trump – damals noch Unternehmer – warb im Zusammenhang mit dem Fall dafür, die Todesstrafe in New York wieder einzuführen. Ihr halbes Leben mussten die fünf aufgrund der fälschlichen Verurteilung im Gefängnis verbringen – bis 2002 schließlich mit der DNA-Analyse der Beweis für ihre Unschuld gefunden wurde. Als Entschädigung wurde den fünf mittlerweile Erwachsenen 2014 eine Summe von 40 Millionen Dollar zugesprochen.

Die Netflix-Miniserie greift diese Geschichte auf und erzählt sie Jahre nach dem Justizfehler erneut –noch immer ist die rassistische Prägung der amerikanischen Polizei wie Justiz aktuell. Regie führte die für den Academy-Award nominiere Ava DuVernay ("Selma"). Sie will die vierteilige Serie als Mahnung verstanden wissen, ein solches Urteil solle nie wieder gefällt werden. Auf Instagram schrieb sie zur Veröffentlichung des ersten Trailers: "Es geht nicht um die 'Central Park Five'. Sondern um Korey, Antron, Raymond, Yusef und Kevin. Es ging ihnen wie Millionen anderer junger Menschen mit anderer Hautfarbe, die aufgrund eines kurzen Blicks beschuldigt, angeklagt und verurteilt wurden.".

 

Außerdem starten:

 

6.5.2019, 14.17 Uhr

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