Keiner schiebt uns weg

"Gerecht is’ anders"

Die ARD ruft die "Woche der Gerechtigkeit" aus. Ein Höhepunkt: Alwara Höfels im Lohnkampfdrama "Keiner schiebt uns weg".

Es beginnt mit einem Lohnzettel

Eine Bitte unter Kolleginnen: "Erzähl meinem Mann nicht, woher wir uns kennen". Klingt so, als arbeiteten sie im Bordell, dabei schieben sie nur gemeinsam Schicht in einem Fotostudio. Wir schreiben das Jahr 1979, eine Zeit, in der viele Männer ihren Frauen noch das Arbeiten verbieten. Aber auch eine Zeit, in der sich Frauen wehren. Gegen Bevormundung, für Gleichbehandlung im Berufs- und Privatleben.

Die Geschichte beginnt mit einem Lohnzettel, den Lilli (Alwara Höfels) findet. Es ist der ihres Mannes, und der verdient für die gleiche Arbeit im ­Monat 210 Mark mehr als Lilli. "Gerecht is’ was anderes", findet sie und mobilisiert ihre Kolleginnen gegen den Missstand. Ein Kampf beginnt, für den die Herren der Schöpfung keinerlei Verständnis aufbringen, ebenso wenig die Geschäftsleitung. Doch die Neu-Aktivistinnen beschließen: "Keiner schiebt uns weg".

Gefühltes Recht, geltendes Recht?

"Gerecht is’ anders" also – aber was wäre wirklich gerecht? Dieser Frage geht die ARD in einer Themenwoche nach. In zahllosen Beiträgen stellt man die Frage, ob der rechtlich geregelte Alltag auch mit unserem Rechtsempfinden im Einklang steht. Einen Überblick zum Sonderprogramm finden Sie hier. Ganz vorn auf unserer Empfehlungsliste ist auf jeden Fall das Drama "Keiner schiebt uns weg", eine liebevoll ausgestattete Zeitreise nach wahren Ereignissen in Gelsenkirchen. Der Film bereitet das ernste Thema unterhaltsam auf – mit flotten Sprüchen und starkem Ensemble. Am Ende steht freilich die Erkenntnis, dass der Kampf um Gerechtigkeit noch längst nicht gewonnen ist.

6.11.2018, 5.08 Uhr

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