"Familie Wöhler auf Mallorca"

Schöner streiten im Gebirge: Wir begleiten "Familie Wöhler auf Mallorca" und fühlen uns 90 Minuten lang bestens unterhalten

Gipfeltreffen ohne Harmonie: Tino Mewes, Michael Gwisdek, Harald Krassnitzer und Jennifer Ulrich (v.l.)

Metzger am Limit

Familie Wöhler pflegt die Tradition. Seit 218 Jahren betreibt man das Metzgerhandwerk, Spezialität Grützwurst. Ebenso traditionsreich ist die Art und Weise der internen Kommunikation: Man wird entweder unterbrochen, oder der andere hört einem nicht richtig zu. Besonders Nesthäkchen Steffi darf selten ausreden, obwohl sie ihrem Vater Klaus eine wichtige Entscheidung mitteilen muss. Doch Klaus ist gerade damit beschäftigt, sauer auf ­seinen missratenen Sohn Mark zu sein und sich vor der anstehenden Aussprache mit seinem ­knurrigen Vater Helmut zu drücken.  

Es liegen also einige Gewitter in der Luft, während der Wöhler-Clan eine Dreitageswanderung durchs mallorquinische Tramuntana-Gebirge unternimmt. Die Streitereien geraten mal spaßig, mal traurig, für den Zuschauer aber immer unterhaltsam. Das liegt am pointierten Drehbuch, an klugen Tempowechseln und dem formidablen Hauptdarsteller-Quartett.

Gratwanderung zwischen den Genres 

Neben Michael Gwisdek, Harald Krassnitzer und Tino Mewes behauptet sich rtv-Titelstar Jennifer Ulrich als Tochter in Emanzipa­tionsnöten. Sie schwärmt von der Harmonie beim Dreh der Streitorgie: "Wenn man im Ausland dreht, ist es immer ein bisschen wie Klassenfahrt. Wir haben auch außerhalb der Drehzeit viel Zeit miteinander verbracht und die wunder­volle Landschaft genossen". Das sei dem Team gegönnt. Immerhin hat es uns mit ­einem der eher seltenen Fernsehfilme bedacht, die sich gängigen Mustern entziehen und bis zum Ende trittsicher zwischen Lustspiel und Drama gratwandern. 
 

19.2.2019, 6.00 Uhr

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