Der Schwarzwaldkrimi "Und tot bist Du!"

Der 2-teilige ZDF-Krimi "Und tot bist Du!" überzeugt mit exzellenter Kulisse und toller Besetzung. In der Hauptrolle: Jessica Schwarz.

Maris Bächle (Jessica Schwarz) ermittelt in ihrer Heimat, die ihrem Kollegen (Max von Thun) fremd ist.

Grün ist der Tod

"Im Wald" hieß der letzte "Taunuskrimi" mit Felicitas Woll und Tim Bergmann, Anfang 2018, wie immer ein zweiteiliger Quotenhit. Nele Neuhaus hat dann erst im November den Nachfolger in Romanform vorgelegt, es dauert also noch, bis "Muttertag" verfilmt ist. Das Team um Regisseur Marcus O. Rosenmüller und Drehbuchautorin Anna Tebbe war in der Zwischenzeit jedoch nicht untätig und wechselte kurzerhand das Mittelgebirge: Ihr zweiteiliger "Schwarzwaldkrimi" hat mit Jessica Schwarz und Max von Thun ein anderes Ermittlerduo, ansonsten aber einige Parallelen zu dem Erfolgsformat aus dem Taunus.

Werden dunkle Märchen wahr? 

So geht auch hier ein ungleiches Polizeiduo ans Werk, um düstere Geheimnisse in einer Provinzkleinstadt ans Licht zu zerren. Kommissarin Maris Bächle (Schwarz) ist im Schwarzwald aufgewachsen und kennt, anders als ihr neuer Kollege Konrad Diener (von Thun) aus Hamburg, die Menschen ebenso wie die dunklen Legenden der Gegend. Eine davon: Seegeister ziehen Mädchen in die Tiefe. Diese Sage drängt sich förmlich auf, als eine junge Frau tot im See treibt; wenig später gibt es noch eine Tote. Und es gibt anscheinend eine Verbindung zu Ereignissen während der französischen Besatzungszeit. Damals wurde ein Junge gezwungen, per Abzählreim "Ene, mene, muh – und raus bist du" drei Frauen auszuwählen, die sich den französischen Soldaten auszuliefern hatten. Der Junge von damals ist heute Professor und gerade erst in seine Heimat zurückgekehrt …

Der komplexe Plot auf zwei Zeitebenen kann trotz einiger Plattitüden überzeugen, und die Besetzung ist bis in die Nebenrollen prima – mit dabei sind unter anderen Rüdiger Vogler, Nadja Bobyleva, Roeland Wiesnekker und Peter Prager. Als heimlicher Hauptdarsteller rückt sich aber Deutschlands größtes Mittelgebirge in den Vordergrund. Keine lieblich-romantische Idylle aus dem Urlaubskatalog, sondern eine grandiose dunkelgrüne Naturkulisse.

2.4.2019, 6.00 Uhr

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