Start der neuen RTL-Serie "Nachtschwestern"

Mit "Nachtschwestern" startet RTL 10 Folgen eines neuen Dienstagabendformats. Starthilfe könnte der Kölner Krankenhausserie das jährliche Spielfilm-Spezial von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" geben

Die Gesichter der Nachtschicht im Klinikum Köln-West (v.l.): Valerie Huber, Sila Sahin, Mimi Fiedler, Ines Quermann und Nassim Avat

Schwestern wider Willen

Nora (Mimi Fiedler) ist empört, als Ella (Ines Quermann) im Klinikum Köln-West auftaucht und sich als die neue Nachtschwester vorstellt – ohne ihr Wissen hat man ihr eine neue Kollegin zur Seite gestellt. Doch nicht nur das bringt die ordnungsliebende Stationsleiterin auf die Palme, sondern auch die Tatsache, dass es ausgerechnet Ella ist – ihre ehemals beste Freundin, die ihr vor 16 Jahren den Freund ausgespannt hat. Und als wäre das alles nicht genug, wird die Neue gleich am ersten Arbeitstag zur heimlichen Heldin der Station, weil sie einem Patienten das Leben rettet. 

Dramatisch ist er, der Auftakt zur neuen RTL-Dienstagabendserie "Nachtschwestern", von der zunächst zehn Episoden zu sehen sein werden. Schwere Verletzungen und skurrile Unfälle mischen sich ganz à la "Grey’s Anatomy" oder "Emergency Room" mit den privaten Konflikten der Krankenschwestern und Ärzten. Wenngleich einige Szenarien und Dialoge der Serie hölzern und konstruiert wirken, so mischt sich stets auch ein ernster gesellschaftspolitischer Ton unter die Geschichten der Schwestern und Patienten im Kölner Klinikum. Ella ist alleinerziehend und unbedingt auf ihren Job als Nachtschwester angewiesen.

Gleich zu Beginn muss die Mutter zweier Patienten darüber entscheiden, ob sie das Leben eines ihrer Söhne aufs Spiel setzt, um das ihres anderen zu retten. Weiter bekommen es die Pflegekräfte mit einem möglichen Fall von Kindesmisshandlung, einer Vergewaltigung und der Problematik von Patientenverfügungen zu tun. "Ich finde, die Arbeit des Pflegepersonals sollte viel mehr gewürdigt werden, denn ohne sie funktioniert das ganze System nicht. Ich habe großen Respekt davor, wie schwer diese Menschen arbeiten", lobt Schauspieler Nassim Avat die Herausforderungen seines Serienjobs. 

Bereits im Mai 2018 startete RTL mit "Life­lines" eine eigene Krankenhausserie, die ebenfalls am Dienstagabend lief. Die zehnteilige Dramödie mit Jan Hartmann erzielte durchweg miserable Quoten. Ein Schicksal, das die "Nachtschwestern" bestenfalls nicht ereilen soll. Starthilfe könnte ein RTL-Dauerbrenner geben. Vor der Premiere für Nora, Ella und Co. läuft "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" in Spielfilmlänge. Die erfolgreiche Daily-Soap erzielte 2018 mit dem 90-Minüter die besten Quoten des gesamten Jahres. Das könnte den Schwestern den Start erleichtern.

18.4.2019, 10.02 Uhr

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