Der Regionalkrimi "Die Bestatterin"

Der ARD-Regionalkrimi „Die Bestatterin“ mit rtv-Titelstar Anna Fischer überzeugt und bedient erfreulich wenige Klischees.

Lisa (Anna Fischer) glaubt weder, dass es ein Unfall noch ein natürlicher Tod war

Tod auf der Alb

„Als Kind war das für mich völlig normal, dass wir Leichen im Keller hatten.“: Das meint Lisa Taubenbaum wörtlich, denn sie ist „Die Bestatterin“. Vor einem Jahr kehrte sie aus ihrer Wahlheimat Berlin auf die Schwäbische Alb zurück, nachdem ihre Mutter bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Seitdem hilft Lisa ihrem Vater im Bestattungsunternehmen. Zwei Todesfälle machen sie stutzig: Hat sich der Bankdirektor wirklich versehentlich selbst erschossen? Und wieso hat Oma Wertbacher Würgemale am Hals, wenn sie angeblich einem Herzanfall erlegen ist? Landarzt und Dorfpolizei tun Lisas Verdacht als Spinnerei ab, und so wendet sie sich an die Stuttgarter Kripo. Kurz darauf steht Kommissar Zellinger (Christoph Letkowski) im Dorf, denn in der Tat: In beiden Todesfällen handelt es sich um Mord – und Lisa wird zur wichtigen Polizei-Informantin. 

Auf den Leib geschneidert 

Die Rolle der Bestatterin mit entwaffnender Ehrlichkeit und der feinen Spürnase ist rtv-Titelstar Anna Fischer auf den Leib geschneidert. Zu Beginn ihrer Karriere machte sie noch als laute Berliner Göre und Sängerin der schrillen Band „Panda“ auf sich aufmerksam. Heute ist die 32-Jährige ruhiger, was auch ihrem Spiel zugutekommt. Fischer verleiht ihrer Lisa eine Liebenswürdigkeit und Energie, die den ganzen Film trägt. Der Regisseurin Isabel Braak und den Autoren Arne Nolting und Jan Martin Scharf ist ein feiner Regionalkrimi gelungen, der ohne die typischen Schwabenklischees auskommt, ohne Pathos menschliche Dramen behandelt und seinen intelligenten, teils schwarzen Humor sehr geschickt einsetzt. 

28.5.2019, 6.00 Uhr

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