Die neue Show "Endlich kapiert?!"

Ob Denkzettel oder Danksagung: Lutz van der Horst überbringt in "Endlich kapiert?!" klare Botschaften in origineller Verpackung

Manchmal hilft nur Lautstärke: Lutz van der Horst versucht sich als Auftragskritiker

Tacheles mit Lutz

Kennen Sie den legendären "Magdeburger Schlauberger"? Ein Mann namens Stefan, der als Einziger das Geheimnis des Brötchenauf­backens und Kaffeekochens kennt? Lutz van der Horst soll diesem Kerl klarmachen, dass seine Besserwisserei nervt. Also verkleidet der Comedian sich als Magdeburger Reiseleiter, um den ­ahnungslosen Stefan vor Touristen als sagenhaftes Universalgenie zu preisen. Stefan ist das sichtbar peinlich. Zum Glück, denn seine Familie hat das Ganze in Auftrag gegeben, und nun hat er wohl "endlich kapiert", dass er einen Gang zurückschalten sollte. 

Lutz van der Horst überbringt in seiner Show viele solcher Lektionen, gefilmt mit versteckter Kamera. Den Mann mit der ­Wuschelfrisur kennen wir als furchtlosen Reporter der "heute show". Diesmal braucht er nicht nur Mut, sondern auch Geduld und Fleiß: "Es macht viel Spaß, aber es ist auch wahnsinnig anstrengend", sagt er über die Aktionen, bei denen er schon mal einen Müllwagen explodieren lässt oder einen Großeinsatz der Polizei simuliert.  

Harte Kerle und zarte Melodien     

Es geht um nervige Gewohnheiten: ins Wort fallen, Mülltrennung verweigern, ständig aufs Handy starren. Ein Konzept mit Identifikationsfaktor – wem würden keine Beispiele aus dem eigenen Umfeld einfallen? Doch van der Horst überbringt nicht nur Kritik, sondern auch Lob und Dank. Damit tritt der Kölner in die Fußstapfen von Rudi Carrell oder Kai Pflaume, und das sehr gekonnt. Wenn etwa eine vermeintlich fiese Bikergang plötzlich zum Männerchor mutiert und eine zarte Dankes­melodie anstimmt, bleibt Gänsehaut nicht aus. 

9.7.2019, 6.00 Uhr

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