Gesunder Mann

Potenzmittel: Wirkung und Nebenwirkungen

Hilfe, er steht nicht! Etwa jeder fünfte Mann im besten Alter leidet an Impotenz. Viele greifen zu einem Potenzmittel, damit sie ihren Mann stehen können. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten zu Wirkungen und Nebenwirkungen von in Deutschland zugelassenen Potenzpillen.

Phosphodiesterase-5-Hemmer sind heute bei der Behandlung erektiler Dysfunktion das Mittel der Wahl. Neben den blauen Potenzpillen von Viagra gibt es weitere Phosphodiesterase-5-Hemmer mit gleichwertigen Wirkstoffen.

Phosphodiesterase-5-Hemmer – wie funktionieren sie?

Phosphodiesterase-5-Hemmer, kurz: PDE-5-Hemmer, sind Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen. PDE-5-Hemmer erweitern die Gefäße der Schwellkörper im Penis. Dadurch fließt genügend Blut in den Penis ein und das verschafft Männern eine ausreichende Erektion. Eingenommen werden die Tabletten je nach Wirkstoff etwa eine halbe Stunde bis eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr. Leider geht der erwünschte Effekt häufig mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, niedrigem Blutdruck, einer verstopften Nase, Sehstörungen, Schwindel, Flush (Erröten) und Verdauungsstörungen einher.

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PDE-5-Hemmer – die wichtigsten Wirkstoffe

Es gibt mehrere zugelassene PDE-5-Hemmer mit vergleichbaren Wirkeffekten: Sildenafil, Vardenafil, Avanafil und Tadalafil. Die Arzneistoffe unterscheiden sich allerdings bezüglich der Wirkdauer und unerwünschter Nebenwirkungen. Folgende Wirkstoffe in PDE-5-Hemmern sind derzeit zugelassen:

 

Quelle: Patientenleitlinien Erektile Dysfunktion

Viagra – Potenzmittel mit Nebenwirkungen

Das bekannteste Potenzmittel für Männer ist Viagra. Die blaue Pille mit dem Wirkstoff Sildenafil ist die am besten untersuchte Potenzpille. Viagra ist seit 1998 auf dem Markt. Der in Viagra enthaltene Wirkstoff Sildenafil hilft bei Potenzproblemen und Erektionsstörungen. Auch in zahlreichen Nachahmer-Präparaten, sogenannten Generika, steckt Sildenafil. Mit Hilfe von Viagra reagiert der Körper verstärkt auf sexuelle Reize. Sildenafil wirkt schon nach kurzer Zeit und verhindert, dass der Penis erschlafft.

Viagrapillen mit einem Herz.

Viagra ist eines der bekanntesten Potenzmittel. (c) Schlierner / Fotolia

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Weniger Nebenwirkungen mit Levitra?

Die Potenzpille Levitra enthält den Wirkstoff Vardenafil. Mit Vardenafil sollen Männer bereits nach 20 Minuten einsatzbereit sein – und das für mehrere Stunden. Im Vergleich zu Viagra soll Vardenafil – so der Hersteller – seltener Kopfschmerzen verursachen.

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“Normaler Sex” dank Tadalafil?

In der Potenzpille Cialis wirkt Tadalafil. Im Gegensatz zum Potenzmittel Viagra treten bei der Einnahme des Wirkstoffs Tadalafil keine Sehstörungen auf. Tadalafil erreicht zwar seine volle Wirkung erst nach etwa 45 bis 90 Minuten. Doch dann hält die Wirkung angeblich 24 Stunden und mehr am Stück an. Das erleichtert ein „normales Sexualleben“, bei dem jeder Mann den Abend ohne Druck auf sich zukommen lassen kann.

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Mit Avanafil schneller zum Ziel?

Avanafil ist der jüngste PDE-5-Hemmer. Sein Effekt setzt bereits nach 15 Minuten ein. Solange die Pille wirkt, sind mehrere Erektionen möglich. Wie bei den anderen Potenzmitteln entfaltet Avanafil nur seine volle Wirkung, wenn Mann sexuell stimuliert wird. Denn alle PDE-5-Hemmer haben keinen Einfluss auf die Intensität des sexuellen Erlebens.

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Erektionsstörungen – wann zum Arzt?

Im Internet können Sie zwar viele Potenzmittel online kaufen. Doch legal erhältlich sind in Deutschland zugelassene Potenzmittel nur auf Rezept. Und das hat einen guten Grund: Erektionsstörungen haben verschiedene Ursachen. So kann eine erektile Dysfunktion ein Frühwarn-Signal sein, da sie als Folge verschiedener Erkrankungen auftritt, wie zum Beispiel:

Auch zu viel Rauchen, chronischer Alkoholkonsum und bestimmte Medikamente können Potenzstörungen verursachen. Bei längeren, über 6 Monate andauernden Erektionsstörungen, sollten Sie deshalb besser Ihren Hausarzt oder Urologen aufsuchen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Ein gründlicher Gesundheitscheck klärt zunächst mögliche Basiserkrankungen ab. Denn für Männer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann die Einnahme von Viagra & Co. gefährlich werden. Außerdem kann nur ein Facharzt Betroffene zuverlässig über die Wirkung und über mögliche gefährliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren.